wir sollen hackeln 12 Stunden lang

wir sollen hackeln 12 Stunden lang

wir sollen hackeln
12 Stunden lang,
wir sollen hackeln,
a so ein Kas.

Es wird nicht genug Zeit für Familie sein,
12 Stunden sollen wir hackeln,
schau am Abend nur kurz zum Kinde rein,
wir sind eine Familie,
doch so leb ich wie allein.

Dann müssen wir schaffen,
zwölf Stunden lang,
viele Stunden müssen wir schaffen,
eine Stunde hängt sich locker noch dran.

laut Regierung ists keine Plagerei,
sie arbeiten ja auch gut zusammen,
5 Jahre lang,
doch deren schaffen,
lässt die meisten allein.

Jetzt müssen wir streiken,
auch wenn sie drüberfahren
Solidarität müssen wir bewahren.

Doch der Frust kriegt uns nicht klein,
wir halten zusammen,
keiner kämpft allein
wir halten zusammen und sind nicht allein

lalalalalalalalala…

abgewandelt von
„Was sollen wir trinken“

ja, der Text ist schon bissl grausam und holprig, das gebe ich zu. – aber nicht so wie in einem gewissen Video der WKÖ. Immerhin schon knapp über 36.000 Aufrufe. Für diesen hervorragenden Clickbait sind vornehmlich Journalisten und die Twitterblase verantwortlich…

Ich sehe diese Regierungsvorlage für die Arbeitsplatzflexiblisierung (welch ein Euphemismus) sehr kritisch. Grundsätzlich würde ich es durchaus als vorteilhaft sehen, wenn man zu Arbeitsspitzen und wenn man gebraucht wird mal länger bleibt, aber diese Regelung riecht für mich nach Lohnkürzung durch die Hintertür. Dieses Eilverfahren ohne die übliche Begutachtung und die Nichtzuweisung des Themas im Sozialausschuss des Parlaments macht mich stutzig. Nebenbei profitieren gewisse Branchen wie Makler von dieser Regierung. Aber es ist ja immer so, die Hand die einen füttert, beisst man nicht.
Das mag für Großspender der Kanzlerpartei gelten, aber erst recht für Leute in Arbeitsverhältnisse.

Diese Regierung suggeriert, wir Arbeitnehmer sind zu bequem und tun zuwenig für die Wirtschaft. Wir Arbeitnehmer sollen flexibel sein, lange Arbeitswege im Kauf nehmen, in der Nähe der Arbeit wohnen, gefälligst nicht krank werden und die Dienste der AUVA und andere Sozialversicherungen in Anspruch nehmen. Als Frau soll man zusätzlich als junge nicht schwanger werden, Kinder in Betreuungseinrichtungen abgeben (teilweise mit unflexiblen Öffnungszeiten), hysterisch werden und Männer den Vortritt lassen.

Dabei will die Mehrzahl der Leute arbeiten, aber durch diese Maßnahme kann es dazukommen, dass viele zusammenklappen – weil sie den hohen Anforderungen nicht erfüllen können. Man fühlt sich unfähig und wird psychisch krank.

Essen vom besten – Politik vom besten

Mit Essen vom Besten wirbt die Fleischhauerei Leibetseder in Rohrbach. (Das ist im Mühlviertel) In der Tat, dort gibt es gute Hascheeknödel und auch einen feinen Leberkäse.
Vor einigen Jahren, gab es für den Leberkäse einen besonderen Werbeträger. Weiterlesen

schöne Reaktion auf hässliche Attacke

die italienische Integrationsministerin Cecile Kyenge ist eine Schwarze (nein, nicht von der der Partei her, sondern sie stammt aus Afrika). Nun, sie wird bis aufs tiefste angemacht. Nachdem sie vom Vizepräsident des Senats als Orang-Utan verspottet wurde, wurde sie mit Bananen beworfen. Ja, das ist wirklich tief rassistisch.

Mir hat ihre Reaktion gut gefallen. „Man dürfe Lebensmittel nicht verschwenden“.

Klar, es war zutiefst rassistisch, aber den Angriff zuerst in ein anderes politisches Thema zu lenken find ich gut.
Ich finde so wurde ein Angriff von den wahren primitiven Menschen erfolgreich pariert.
Leider sind diese extremen Vorurteile auch bei uns anzutreffen, wenn ich mich manchmal so umhöre.

Es ist ein Treppenwitz, dass viele Primitivlinge dunklere Hautfarbe als Zeichen von Primitivität werten.

wider dem Biederen

Narrenschiff von Reinhard Mey fällt mir ein,

wenn ich mir das Cover von dem Buch
Reformen ohne Tabu ansehe.

Ich glaub das ist ganz interessant, dieses Buch und hoffentlich ein Anstoß zur Veränderung. Es kommen immer Anstöße zur Veränderung – soviele Leute habens satt. Den Stillstand und das beharren auf den Status Quo. Es heißt, wer will das die Welt so bleibt wie sie ist, der muß sie ändern. Doch dazu sind die politischen Kräfte in Österreich nicht im Stande. Die Regierung ist ideologisch jeweils so verbohrt, dass sie keinen Schritt aufeinanderzumachen, weil sie dem Anderen keinen Erfolg vergönnen. Kanzler Faymann von der SPÖ leiht sein Ohr, wie es mir scheint, nur generell dem Boulevard, der unauffällige Vizekanzler muss erst beweisen, wie unabhängig er ist und hat mit seiner ÖVP zu kämpfen, die sich den Todestrieb hingibt. Die Opposition ist wie die Regierung einander uneins. Die Grünen geben sich der Selbstzufriedenheit hin, weil sie gut sind und eh gegen allem Kapitalismus, AKWs und faschistischen Kleinbürgertum ist. Das BZÖ ist nur mehr eine Randerscheinung, weil auch Haider nicht mehr so große Wirkung zeigte wie bis 2010, weil sich im BZÖ-Lande Kärnten, die Freiheitlichen in Kärnten doch wieder mit der FPÖ verbandeln will (Überlebenstrieb)und dadurch endlich zwar mit Volksbefragung einen fragwürdigen Kompromiss in der leidigen Ortstafelstreit zustimmt. (nach mehr als 50 Jahren – ein Armutszeugnis für den Staate Österreich). und dann ist ja er, der Umfragedominator, der blaue Superheld HC Strache. Jung und modern mit den alten Werten, die mit 1945 begraben werden hätten sollen. Es umweht ihn und seine Kameraden ein besonderer Duft, den ich als übel empfinde.

Dann gibt es noch die Medien, die die Leute in einem Augenblick hochjubeln und dann wieder fallen lassen. Hauptsache die Schlagzeilen klingen gut und schlagen ein wie der Blitz. Dass der Blitz verheerendes anrichtet ist ja wurscht. Wurscht, dass dann die ganze Moral abgefackelt ist und an den Mauern der Brandstatt klagen die Brandstifter und Anstifter der miesen Politik ein Klagelied. Die Anbiedermänner (Danke Papa für den Begriff!) betteln dann um Aufmerksamkeit und werfen sich in der von den Löschversuchen schmierigen Asche nieder und vollziehen den Kotau um weiter in den Bildundbuchstabengeschwurbel des Boulevards aufzutauchen. In Anlehnung an Max Frisch könnte man dieses Stück Elend als „Anstifter und Anbiedermann“ bezeichnen. und was wird in das Stück von Frisch angeprangert? Die Feigheit der Leut. Die Feigheit vor dem Offensichtlichen um ja nicht aufzufallen. Frisch sieht ja die beiden Brandstifter apolitisch, aber er charaktisiert in dem Filmausschnitt hier das als Sellbstzerstörung des Biedermannes.

Ich glaube viele die sich politisch beschäftigen haben die Selbstzerstörer satt, und noch mehr interessieren sich nicht – aus Selbstschutz? Aus Selbstschutz mischen sie sich nicht in ihre eigene Angelegenheit ein. Doch dann gibt es die, die darüber wütend sind und die schreiben Bücher wie das obengenannte, überlegen Parteineugründungen, vergessen das gute Benehmen und sagen, was sie von den Politprotagonisten halten – wie Herr Treichl: „Feig und blöd“ – oder versuchen die Apathie einzureißen in dem man die Bürger zu Initiativen aufruft wie Frau Rohrer. Das ist wahrer Selbstschutz. Zumindest kann man sich dann nicht vorwerfen nix getan zu haben.

27 Gedanken über Europa

Sie sind zwar etwas ungeordnet und ich komme nicht hinweg in diesem Zusammenhang auch über Österreich und den Wahlkampf zu schreiben. Das sehe ich aber als mein gutes Recht, als österreichische Europäerin und proeuropäischgesinnte Österreicherin. Manche Aussagen gleichen bzw. ähndeln auch Aussagen von Experten, EU-Politikern, und sonstigen Europäisch interessierten, aber das kommt nur daher, dass ich deren Gedanken nachvollziehbar halte.

1*: Die Europäische Union garantiert für Frieden. Auch wenn einige Staaten wie Großbritannien für den Irakkrieg waren, innerhalb der europäischen Union gab es seither nie wieder Krieg untereinander. Und jetzt ist auch die Spaltung in Osten und Westen überwunden, da ehemalige Kommunistische Länder in der EU integriert sind.
2*: Was aus der EU kommt, wurde zunächst von den einzelnen Nationalstaaten auch eingebracht. Und wenn man schlechte Leute ins EU-Parlament schickt, kommt nichts gscheites raus.
3*: Das EU-Parlament ist neben der Gemeinde eine der demokratischten „Gesetzgeber“. (Es gibt keine EU-Gesetze nur EU-Richtlinien) Hier wird auch gegen die Fraktion gestimmt und wirklich nach dem Gewissen.
4*: Die EU steht für Gleichberechtigung. Jedes Land hat eine Stimme. Um Österreichs Interessen durchzusetzen muss man sich Verbündete suchen. Manchmal muss man aber halt auch im sauren Apfel beißen.
5*: Über das EU-Parlament wurde außerhalb des Wahlkampfes kaum berichtet. Die EU taucht meist nur als Bösewicht auf. Das angenehme gilt als selbstverständlich. Unangenehmes ergibt halt bessere Schlagzeilen.
6*: Die EU vereinfacht das Leben. Beispielsweise kein Anstehen mehr an den Grenzen und in einem großen Teil der EU-Länder gilt die gleiche Währung wie bei uns. All das erspart uns viel Ärger und Zeit und sogar Geld.
7*: Seit wir in der EU sind, haben wir bessere Wirtschaftsdaten wie die Schweiz.
8*: Auch als nicht-EU-Land werden viele Richtlinien übernommen und müssen dafür zahlen. Da ist es besser dabeizusein und mitbestimmen wie diese EU-Richtlinie aussehen wird.
9*: Inmitten dieser großen Staatengemeinschaft kann man sich besser gegen die Riesen wie China behaupten. Große Anliegen wie Klimaschutz kann die EU besser durchbringen als Österreich.
10*: Die EU ist auch Konsumentenschützer. Zum Beispiel wurden die Roaminggebühren gesenkt.
11*: Das EU-Parlament kann auch als Kaderschmiede für Politiker werden. Bsp. die ehemalige Justizministerin Maria Berger, die jetzt EUGH-Richterin wird oder die litauische EU-Kommissarin Dalia Grybauskaite wurde kürzlich zur Präsidentin gewählt.
12*: Im EU-Parlament geht die Sachpolitik meist vor dem Hickhack und dem gegenseitigen Haxelstellen. Das bewiesen beispielsweise die Abgeordneten Maria Berger, Herbert Bösch, Othmar Karas, Paul Rübig und Johannes Voggenhuber. Konstruktivität wird im EU-Parlament belohnt. Rübig wurde sogar, als Chefverhandler für die bereits erwähnten Roaminggebührsenkung, zum EU-Abgeordneten des Jahres 2008 gewählt. Vielleicht sollte man das im österreichischen Parlament auch einführen.
13*: Durch die Grenzöffnung hat man mehr Freiheit. So kann ich beispielsweise, wenn ich Lust habe ohne weiteres auf einen Kaffee fahren nach Passau oder nach Cesky Krumlov vulgo Krumau. Und wenn ich an meinem Aufenthalt in Schweden denke, ich hatte zwar den Reisepass mit, aber ich habe ihn nicht gebraucht. Obwohl ich mit dem Zug durch mehre Mitgliedsstaaten fuhr.
14*: Nochmals zur Grenzüberschreitung. Die Zusammenarbeit Regionen verschiedener Länder wird erleichtert, die geschichtlich zusammengehören, auch wenn es verschiedene Nationen gibt. Als Beispiel nenne ich hier Tirol und Südtirol.
15*: Der EU fehlt noch das gewisse emotionale etwas. Darum finde ich es schade, dass die Europahymne gestrichen wurde. Ich mag die Melodie. So bleibt Europa etwas abstraktes. Landeshymne,Bundeshymne und Europahymne hintereinander hat was.
16*: polizeiliche Zusammenarbeit funktioniert durch die EU besser. Austausch von Exekutivbeamten und europaweite Fahndung ist besser als jede Zollschranke.
17*: Die Warnungen vor dem Beitritt, dass wir die Blutschokolade und das Schildläusejoghurt zum Essen bekommen, entpuppte sich als Hoaxe. Nach wie vor fallen leider Leute auf so etwas rein. Z.B. eine Frauenquote für die Wiener Sängerknaben. (dieses Gerücht lancierten Kabarettisten vor der Ratifizierung des Lissaboner Vertrages.)
18*: Es ist richtig, dass der Lissabonervertrag vom Nationalrat ratifiziert wurde. Sonst könnte man eh bei jeden Thema eine Volksbefragung machen. Ich glaube, was ich vom Lissaboner Vertrag gelesen habe, das es richtig ist wenn er in Kraft tritt.
19*: Die EU lässt den Ländern ihre Eigenheiten und Kultur.
20*: Im EU-Wirrwarr gibt es auch eine Transparenz. Z.B.: wird im Internet veröffentlicht, von wem welcher EU-Kommissar etwas angenommen hat.
21*: Ich stelle fest, dass der Türkeibeitritt das einzige EU-Thema des österreichischen EU-Wahlkampfes war. Auch wenn dieser in weiter ferne liegt, wenn es realisiert wird. Ich sehe einen Beitritt auch problematisch (Menschenrechte, Anerkennung von Zypern, Massaker an die Armenier.) Da braucht man Diplomatie und keine brachiale Wortkeule.
22*: Europa braucht einen Obama. Herr Barroso, der EU-Kommissionspräsident ist das nicht. Europa braucht Personen mit Charisma die zwar sachverständig sind und trotzdem handeln. Es ist zwar nicht ganz vergleichbar, aber vielleicht ist das eben Europas Problem. Wir sind nicht so schnell begeisterungsfähig.
23*: Es fehlt die Identifikation. Vor allem in Österreich, wenn man von solchen Medien regiert wird, die vor der EU-Wahl wochenlang EU-Hetze druckt und ihre ranghohen Politiker bringt ihre Meinung nach der Meinung der Zeitung zu richten. und den Schwenk in der EU per Leserbrief in jener Zeitung bekannt gibt.
24*: Europa ist wichtig, aber das kam im Wahlkampf nie rüber. Zum Schluss sind alle auf die FPÖ mit ihrem Nationalismus reingefallen, wobei sie dieses Muster von Jörg Haider schon kannten. Die FPÖ hat das Thema gesetzt, die anderen gingen unter. Wofür haben sich die anderen stark gemacht? Oder ist der Zweikampf Karas/Strasser in der ÖVP wirklich das einzige was übrigblieb. Am Montag kommt das lange Gesicht der eigentlich seriösen Parteien.
25*: Europa hat sehr viel Macht. Viele nationale Gesetze basieren auf die EU.
26*: Ich fühle mich wohl in Europa und zwar als eine die aus Österreich kommt. Nur steigt mir die Grausbirn auf, wenn ich das übliche Gesudere über die EU und der Politik höre.
27*: auch wenn es Dinge gibt, die verbesserungswürdig sind, zur EU gibt es keine bessere Alternativen. Und gerade das Land, das in der Mitte liegt soll sich davon ausschließen?

So ich bitte euch eindringlichst geht zur Wahl,
und wenn ihr nicht zur Wahl gegangen seid, dann möchte ich diese Person nicht sudern hören, wieso die extremen Populisten von links bis rechts im Europäischen Parlament sitzen.

Jörg Haider ist tot

Ich kann es nicht fassen und bin doch in gewisser Maßen auch betroffen.
Nein, nicht weil ich jemals FPÖ und BZÖ gewählt habe. Aber österreichische Politik ohne Jörg Haider – das gabs in meiner Erinnerung nicht. Es ist eine Ära zu Ende gegangen.
Meine ersten politischen Erinnerungen habe ich an Haider. Dass meine Eltern Gegner von ihm waren. In der 3. Volksschule hat ein Klassenkollege im Unterricht wie wir über Politik gesprochen haben – laut gesagt: „Der Haider ist ein Depp“. Die Enttäuschung und Wut meiner Eltern nach jedem Wahlabend, wenn die FPÖ wieder zugewonnen hat. Wie mein Vater 1999, nach der Wahlauszählung – er war damals Wahlbeisitzer, erzählt hat dass die FPÖ die zweitstärktste Kraft in unserem Wahlsprengel war. Die Fassungslosigkeit wie sie auch auf Bundesebene 2. wurden. Als die Strahlkraft sank. Wie das BZÖ gegründet wurde. und zuletzt wie das BZÖ sich wieder verdreifacht hat.

Er war ein Politiker der Emotionen erzeugt hat. Haider-Titel verkauften sich in den 90igern massenweise. Fast wie bei einem Popstar. Der Falter verhängte ein Bilderverbot über ihn. Er erzeugte Wut auf Ausländer oder auf Rot-Schwarz und auch die Wut gegen ihn. Er spielte mit der Rhetorik von aggressiv bis staatsmännisch von burschenhaft bis väterlich. Der Wechsel allein war bei ihm beständig. Bewunderung und Spott wurde ihm zu Teil. Er war immer aufregend durch seine Tabubrüchen und apolitischen Verhalten. Er konnte sich hervorragend in Szene setzen, selbst mit so unsinnigen Ortstafelverrücken und doch hatte er sein Ohr beim Volk. Seine letzte politische Aussage und Tätigkeit brachte mich zu Weißglut. Ich habe oft gebloggt über ihn. und tu es jetzt auch immer wieder.

Nun mein Beileid gilt seiner Familie.

Doch wie wird es politisch weitergehen?
Und was wird von Jörg Haider bleiben?

sich gewählt ausdrücken…

…das ist wahrlich nicht die Stärke der meisten unserer Politiker. zumindest nicht die von Peter Westenthaler. Also zumindest gewählt ausdrücken in dem Sinn von stilvollem Gespräch mit einem nicht zu tiefen Niveau.
Aber andererseits drückt sich viele Politiker gewählt aus, indem sie mit Bedacht die Worte wählen, wie sie andere auf gut deutsch anpatzen können.
und darin sind meiner Erfahrung nach BZÖ und FPÖ Weltmeister. Zum Beispiel gestern in der ZIB2 hat der übrigens jetzt verurteilte Peter Westenthaler wie zum Erwarten war, seine Wut auf die „rote Politjustiz“ unter Federführung der „linksextremistischen“ Justizministerin Berger. Dabei konnte er es nicht lassen den Lebensgefährten derselben durch den Dreck zu ziehen in dem er ihm (Und nein, bei uns treten solche Politiker nicht freiwillig zurück und bleiben Parteiobmann – obwohl in dieser Partei hängt es sowieso ab vom Mastermind und dem wahren starken Mann – Jörg Haider.)
Die Verrohung der Sprache in der Politik ist so bin ich zumindest felsenfest überzeugt gerade durch die agressive Wortwahl Jörg Haiders während der 90iger Jahren gewachsen und auch auf die anderen Parteien übergegriffen.
Hier zähl ich mal paar beispielhafte Szenen aus, die wir Jörg Haider verdanken.
Ich denke schon, dass wenn jemand beispielsweise andere Politiker als Filzläuse bezeichnet und somit direkt sagt, was für Schädlinge und Ungeziefer die damaligen Regierungspolitiker sind, dass es Agression erzeugt. Das Lächerlichmachen und Kriminalisierung von Leuten mit anderer Gesinnung ist eine andere Methode. Zum Beispiel werden die Slowenenvertreter als ehemalige Bombenschmeißer und Akteure von Gewaltaktionen“ tituliert, dass war 1987 und die Methode funktioniert noch immer. Als Beispiel für das Lächerlich machen, sind so Sager, wie beispielsweise folgendes aus dem Jahr 2002: „Wenn einer schon Adamovich (Präsident des VfGH) heisst, muss man zuerst einmal fragen, ob er überhaupt eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat.“ Ist doch lustig, nicht wahr? Oder gerade in denn letzten Tagen zeigt eine andere Qualität dieser gewählten Sprache. Der Umkehrung des Täter-Opfers. Das Opfer wird meist als Täter oder als Narr dargestellt. So ein Fall ist beispielsweise, die schwelende Sache mit den Ortstafeln und nun die Sache mit den Asylwerbern. Die Bundesregierung ist laut BZÖ der Rechtsbrecher dass sie auf die Erfüllung des Verfassungsgerichts besteht, während der Landeshauptmann Sakrosankt ist und natürlich dass Gesetz ist, was Jörg Haider haben will und mit ihm offensichtlich viele Kärntner, die ihn sonst nicht wählen würden.
Die Missachtung von allem und jedem, wenn man nicht kuscht vor den Herren des BZÖ zeigt sich durch die Sache die nach dem EM-Spiel gegen Deutschland – Österreich stattfand. Da fuhr offensichtlich Peter Westenthaler einen Polizisten an, weil er es wagte dem großen Peter nicht vor der ach gar nicht so wichtigen Staatsbesucherin Angela Merkel, ach das ist eh nur so eine ostdeutsche Putzfrau wahrscheinlich, die Vorfahrt zu nehmen. Dabei fährt Peter Westenthaler doch das Auto mit der eingebauten Vorfahrt!!! Tatsache ist, das der Polizist verletzt wurde und es ein Monat später ans Tageslicht kam. Prompt ist der Polizist ein Heulsuse par excellance und der arme Peter Westenthaler von der roten Justiz und vor allem von der roten satanischen Maria Berger verfolgt. Nebenbei assistiert Dr. Jörg Haider, dass es eh gut ist wenn einer mit der Stoßstange gut umgehen kann.

Aber so verrohtes Reden bleibt wie oben erwähnt nicht ein Privileg des 3. Lagers. Wenn ein ÖVP-Generalsekretär von furchtbaren Ottakringer Istanbulghettos spricht, hat die ÖVP die selbstgezogene „Firewall“ missachtet, oder wenn ein Wiener Bürgermeister andere Politiker die er nicht mag als Authisten beschimpft oder wenn ein Peter Pilz behauptet, dass der ÖVP den Machtmissbrauch in den Genen hat.

Es werden einfach viele dumme Sprüche nur mehr rausgesagt und wenn sie sich als falsch erweisen gar nicht oder wenn doch dann nur sehr leise zurückgenommen.

Vorbei sind die Zeiten, wo ein Politiker (Alfons Gorbach, Exkanzler) sagt: „Streiten dürfen wir in der Politik, aber bös sein dürfen wir einander nicht…!“

Die große Hitze

Oder die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi ist ein Roman von Jörg Mauthe. Ein witziger Roman, wie hinten auf dem Umschlag steht, normalerweise ein Zeichen, dass das Buch unwitzig ist. Denkste, das ist feiner Humor vom Feinsten und österreichisch bis zum geht nicht mehr.
Der Inhalt ist kurz erzählt: Im Österreich der 70iger-Jahre herrscht seit 32 Monaten eine unerträgliche Hitze über das Land. Nun wurde der österreichische Beamte und Legationsrat Dr. Tuzzi beauftragt Wasser zu beschaffen. Jedenfalls stellt sich heraus, dass bei der Beschaffung nicht durch die Wissenschaft, sondern eher durch gesellschaftliche Beziehung eine Rolle spielt. Die größte Rolle spielen aber meiner Meinung nach Ironie, Sarkasmus, Wiener Schmäh und gelungene Seitenhiebe auf Politik, Beamtentum sowie sonstigen österreichischen Eigenarten oder eher gesagt Unarten. Im Zehnten und fast letztem Kapitel erörtert er die Verösterreicherung der Welt.
Zur Verösterreicherung der Welt möchte ich auch noch kommen. Aber bevor es soweit ist, muss ich euch noch meinen Lieblingssatz aus dem Buch unter der Nase reiben.

„Die Wissenschaftsministerin gackerte höhnisch, und der Verteidigungsminister sah aus wie ein Frankenstein-Monster, das sich ausnahmsweise wohl fühlt.“

Semantisch schon herrlich, und auch wenn man die österreichische Regierung sowohl von damals und auch heute zum Wiehern. Die Lustbarkeit dieses Satzes, hat sich bei mir noch gesteigert, aufgrund eines Blogeintrages, denn ich paar Monate vor dem Erwerb des Buches, 1. Auflage mit Widmung von Jörg Mauthe, die ich leider nicht entziffern kann und seit Montag ist es vollkommen aus bei mir. Nun, das klingt noch unklar und verschwurbelt. Semantisch find ich höhnisch gackernd super, weil das H, das normalerweise nach dem G kommt, diesmal vor dem H kommt. Zweitens, weil es zeigt, dass auch Frankensteins Monster Gefühle hat. Dann regierungsmäßig ist klar, dass Mauthe Karl Lütgendorf (der unter mysteriösen Umständen Selbstmord verübte) und Hertha Firnberg meinte. Letztere hat meiner Meinung nach eine Frisur wie ein Hühnernest. Zur heutigen Situation kann ich nur sagen, dass wir zwar einen männlichen Wissenschaftsminister haben, aber er zum Satz passenden Namen trägt – Hahn. Johannes Hahn. Zum Verteidigungsminister sag ich nur soviel, dass ich überzeugt bin, dass Norbert Darabos als Verteidigungsminister auch selten Gelegenheit hat, sich wohl zu fühlen. Im besagten Blogeintrag fragte ich basierend auf einen Artikel aus der Presse über einen indischen Lokalpolitiker namens Frankenstein, welcher unserer Landeshauptleute ziemlich Frankenstein-mäßig ist. Nun die Perfektion zu diesem Satz lieferte unser Noch-Innenminister Günther Platter. Am Montag gab er bekannt, dass er Landeshauptmann von Tirol wird. Das allein ist eigentlich überhaupt nicht komisch, aber er war bevor er Innenminister wurde Verteidigungsminister und als Innenminister, sah er ja auch nicht immer sonderlich glücklich aus, sondern eher wie ein Frankenstein-Monster, das sich nun ja nicht wohlfühlt. Aber am Montag hat er sich wohlgefühlt in der ZIB2, da hat er gestrahlt, wie ein Christbaum (ZIB2-Interview-Montag).

Nun möchte ich kurz einen Einblick auf die jüngste Entwicklung der Verösterreicherung von Österreich geben, die der Welt fehlen mir nun die Worte wegen der Hitze.
Die grosse Hitze in Österreich *ächz* wird wahrscheinlich durch die Reibung der beiden Großparteien erzeugt. Obwohl laue und maue Ergebnisse herausschauen und wir bald mit einer blauen kalten Dusche erwarten dürfen. Und die SPÖ versucht durch seltsame Volten wie einen Leserbrief in der „Kronenzeitung“ den freien Fall zu stoppen. „Das Medium ist die Botschaft.“ Salopp gesagt, sieht der Verfasser dieser These,McLuhan, dass wie man sich äußert so denkt. Die Botschaft ist, wir machen uns die Politik einfach. Zu einfach. Wichtig ist nur das Heute und was war, aber nicht die Zukunft. Ein Leserbrief greift ein Thema auf, stimmt zu, ergänzt, widerspricht oder stellt richtig. Kaum wird in einem Leserbrief mit Lösungen gearbeitet, sondern sie handeln oft nur vom Vergangenen. Vor allem die Leserbriefe in der Krone. Wenn Politiker ihre neue Linie nicht einmal vorher im Parteigremium absprechen, sondern mit Absprache des Zeitungsherausgebers! der größten meinungsbildenden Printmedium einen Leserbrief abfassen und die Linie ihrer Partei abschwenken entpolitisieren sich die Politiker und die Verantwortung und Macht wird abgegeben an einem Herausgeber. Im Klartext nicht mehr, was die Partei will geschieht, sondern was die auflagenstärkste Zeitung will. Auch wenn Hans Dichand, wie er selber sagt nur im Vorhof der Macht steht.
Hier zeigt sich ein typisch österreichischer Zug in Dichands Denken. Er relativiert seine Macht und offenbart durch seine Haltung auch Prinzipienlosigkeit. Der große Erfolg, der EU-Abstimmung (ca. 2/3 Ja-Stimmen) im Jahr 1994 war, wird oft damit gerechtfertigt, dass die Kronenzeitung dafür war. Nun hat der Herausgeber seine Prinzipien geändert und fuhr bzw. fährt seit Monaten Geschütze gegen den Lissabonner Vertrag auf. Man braucht nur die Kronenzeitung zu lesen.
Prinzipienlosigkeit und der Kampf dagegen ist typisch Österreichisch im kleinen sowie im Großen. In Österreich, wird Prinzipientreue bestraft und Prinziplosigkeit belohnt.
Bundeskanzler Josef Klaus trat zurück, nachdem er wie er im Wahlkampf sagte, dass er als 2. bei einer Wahl zurücktritt. Die ÖVP war daraufhin 16 Jahre in der Opposition. Wolfgang Schüssel meinte 1999, er gehe als Dritter in Opposition – die ÖVP wurde Dritte und Wolfgang Schüssel Bundeskanzler. 2002 wurde die ÖVP gar stärkste Kraft. Andreas Khols Reaktion: „Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.“ zeigt Relativismus pur.
Juristisch wird oft um die korrekte Handlung geschwindelt mit den in Österreich typischen Satz: Da werden wir keinen Richter brauchen. Somit werden immer Ausnahmen von der Ausnahme der Ausnahme in der Regel gemacht. Und wenn man auf die Regeln beharrt, gilt jener oft als kaltschnäuzig und I-Tüpfelchenreiter. Dass man durch diese Schlampigkeit noch mehr Chaos und in gewissen Sachen Elend verursacht wird übersehen. Den hier gilt dann das Recht der Stärkeren, der schöneren, der gesellschaftlichen Beziehungen mit weitaus weniger Rechtsanspruch, der charismatischeren und so weiter mehr dass man jetzt erst recht auf Gnade angewiesen ist. Und hier ist man erst recht auf die Gnade der Einflussreichen ausgeliefert.
Angesichts Dichands Macht, auch wenn schon weniger einflussreich wie zuvor, trifft Viktor Adlers Worte Anfang des 20. Jahrhunderts zu. „In Österreich herrscht der Absolutismus, gemildert durch Schlamperei.“ Den Gnade die, die sich nicht beugten.
Ja, ich bin mir bewusst das Prinzipienreiterei nix bringt und Sachzwänge auch eine Abänderung herbeiführen. Koalitionen bauen darauf, dass man da Kompromisse schließt. Aber allein um die Macht Prinzipien über Bord zu werfen finde ich falsch. Ja, ich fang auch schon an zu relativieren…

Falls ihr hier im Text einen Fehler findet, dürft ihr ihn erstens gerne behalten und zweitens wisst ihr nun von wo diese Schlampigkeit kommt.
Und ja, ich freue mich über Diskussionen. Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!!!

das BZÖ – eine Partei von Männern mit Handschlagqualität

wie zum Beispiel Jörg Haider und Peter Westenthaler. Über den letzeren möchte ich heute mehr schreiben! Wie er sich danebenbenimmt hat man schon im Wahlkampf gesehen als er Innenminister werden wollte um die Ausländer mit dem Auto, mit der Bahn, mit dem Flugzeug oder mit dem Autobus abzuschieben.Oder es passieren so peinliche Pannen wie der Halbmondbrief.
Am Wahlabend hatte zumindest sein Bodyguard „Handschlagqualität“ bewiesen und zwar als er den Pressesprecher von der ehemaligen Justizministerin Gastinger verprügelte.
Dieser wurde nun verurteilt und der Staatsanwalt Schober will Westenthaler wegen Falschaussage belangen. Mittlerweile hatte Helene Partik-Pable eine Anzeige gegen den Staatsanwalt beantragt. Vorgestern war Peter Westenthaler in der ZIB2 Gast zu diesem Thema und nutzte die Situation aus. Das war wieder ein Lehrbeispiel, wie man lange redet, aber eine Frage trotzdem nicht beantwortet.
Hier der Dialog in der ZIB seht ihn euch doch an! Armin Wolf scheint auch fertig zu sein mit ihm, hier sein Tagebucheintragnach der ZiB am Dienstag.
„Westenthaler sei ein Mann, der die Proleten anspricht“. Nein, das hat weder ein Grüner, ein Roter oder ein Schwarzer gesagt. nein diese Worte kommen von Eduard Mainoni einem Parteifreund.
Heute wurde wie von Westenthaler in der Zib überdurchschnittlich oft erwähnt ein Sondersitzung auf Initiieren des BZÖ gemacht.
Hier paar Fotos vom Standardfotografen Matthias Cremer.

PS: Eine Frage an meine deutschen Leser und Freunde benehmen sich eure Politiker auch so schlecht wie bei uns in Österreich?