sich ein Bild machen

Leseempfehlung: Der Artikel von Alexia Weiss in der Wienerzeitung.

Die Dame schreibt, aus welchem Grund man gewisse Fotos veröffentlicht oder nicht veröffentlicht. Ich stimme dem zu.
Raureif

Ich will nicht wissen wie ein Täter aussieht, ich will seinen oder ihren Namen nicht wissen und auch sein oder ihr Gesicht nicht sehen. Ich will nicht, dass er oder sie dann noch berühmt wird mit seinem tun. Ich wünsche, ich werde nie so einem Menschen persönlich begegnen.

Ich will auch nicht die Menschen sehen, wie sie einem Terror zu Opfer gefallen sind. Wo man genau sieht, was passiert ist. Ich will nicht wegsehen, aber ich will auch diejenigen, die dies hervorrufen auch nicht Grund geben sich zu freuen.

Ich will allerdings nicht die Opfer vergessen, die Welt soll sehen – aus welchen Umständen Menschen wegen Terror herausgerissen werden. Aus glücklichen Kindertagen, aus erfüllten Beziehungen oder aus einem Leben mit guten Freunden.

wider dem Biederen

Narrenschiff von Reinhard Mey fällt mir ein,

wenn ich mir das Cover von dem Buch
Reformen ohne Tabu ansehe.

Ich glaub das ist ganz interessant, dieses Buch und hoffentlich ein Anstoß zur Veränderung. Es kommen immer Anstöße zur Veränderung – soviele Leute habens satt. Den Stillstand und das beharren auf den Status Quo. Es heißt, wer will das die Welt so bleibt wie sie ist, der muß sie ändern. Doch dazu sind die politischen Kräfte in Österreich nicht im Stande. Die Regierung ist ideologisch jeweils so verbohrt, dass sie keinen Schritt aufeinanderzumachen, weil sie dem Anderen keinen Erfolg vergönnen. Kanzler Faymann von der SPÖ leiht sein Ohr, wie es mir scheint, nur generell dem Boulevard, der unauffällige Vizekanzler muss erst beweisen, wie unabhängig er ist und hat mit seiner ÖVP zu kämpfen, die sich den Todestrieb hingibt. Die Opposition ist wie die Regierung einander uneins. Die Grünen geben sich der Selbstzufriedenheit hin, weil sie gut sind und eh gegen allem Kapitalismus, AKWs und faschistischen Kleinbürgertum ist. Das BZÖ ist nur mehr eine Randerscheinung, weil auch Haider nicht mehr so große Wirkung zeigte wie bis 2010, weil sich im BZÖ-Lande Kärnten, die Freiheitlichen in Kärnten doch wieder mit der FPÖ verbandeln will (Überlebenstrieb)und dadurch endlich zwar mit Volksbefragung einen fragwürdigen Kompromiss in der leidigen Ortstafelstreit zustimmt. (nach mehr als 50 Jahren – ein Armutszeugnis für den Staate Österreich). und dann ist ja er, der Umfragedominator, der blaue Superheld HC Strache. Jung und modern mit den alten Werten, die mit 1945 begraben werden hätten sollen. Es umweht ihn und seine Kameraden ein besonderer Duft, den ich als übel empfinde.

Dann gibt es noch die Medien, die die Leute in einem Augenblick hochjubeln und dann wieder fallen lassen. Hauptsache die Schlagzeilen klingen gut und schlagen ein wie der Blitz. Dass der Blitz verheerendes anrichtet ist ja wurscht. Wurscht, dass dann die ganze Moral abgefackelt ist und an den Mauern der Brandstatt klagen die Brandstifter und Anstifter der miesen Politik ein Klagelied. Die Anbiedermänner (Danke Papa für den Begriff!) betteln dann um Aufmerksamkeit und werfen sich in der von den Löschversuchen schmierigen Asche nieder und vollziehen den Kotau um weiter in den Bildundbuchstabengeschwurbel des Boulevards aufzutauchen. In Anlehnung an Max Frisch könnte man dieses Stück Elend als „Anstifter und Anbiedermann“ bezeichnen. und was wird in das Stück von Frisch angeprangert? Die Feigheit der Leut. Die Feigheit vor dem Offensichtlichen um ja nicht aufzufallen. Frisch sieht ja die beiden Brandstifter apolitisch, aber er charaktisiert in dem Filmausschnitt hier das als Sellbstzerstörung des Biedermannes.

Ich glaube viele die sich politisch beschäftigen haben die Selbstzerstörer satt, und noch mehr interessieren sich nicht – aus Selbstschutz? Aus Selbstschutz mischen sie sich nicht in ihre eigene Angelegenheit ein. Doch dann gibt es die, die darüber wütend sind und die schreiben Bücher wie das obengenannte, überlegen Parteineugründungen, vergessen das gute Benehmen und sagen, was sie von den Politprotagonisten halten – wie Herr Treichl: „Feig und blöd“ – oder versuchen die Apathie einzureißen in dem man die Bürger zu Initiativen aufruft wie Frau Rohrer. Das ist wahrer Selbstschutz. Zumindest kann man sich dann nicht vorwerfen nix getan zu haben.

Die große Hitze

Oder die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi ist ein Roman von Jörg Mauthe. Ein witziger Roman, wie hinten auf dem Umschlag steht, normalerweise ein Zeichen, dass das Buch unwitzig ist. Denkste, das ist feiner Humor vom Feinsten und österreichisch bis zum geht nicht mehr.
Der Inhalt ist kurz erzählt: Im Österreich der 70iger-Jahre herrscht seit 32 Monaten eine unerträgliche Hitze über das Land. Nun wurde der österreichische Beamte und Legationsrat Dr. Tuzzi beauftragt Wasser zu beschaffen. Jedenfalls stellt sich heraus, dass bei der Beschaffung nicht durch die Wissenschaft, sondern eher durch gesellschaftliche Beziehung eine Rolle spielt. Die größte Rolle spielen aber meiner Meinung nach Ironie, Sarkasmus, Wiener Schmäh und gelungene Seitenhiebe auf Politik, Beamtentum sowie sonstigen österreichischen Eigenarten oder eher gesagt Unarten. Im Zehnten und fast letztem Kapitel erörtert er die Verösterreicherung der Welt.
Zur Verösterreicherung der Welt möchte ich auch noch kommen. Aber bevor es soweit ist, muss ich euch noch meinen Lieblingssatz aus dem Buch unter der Nase reiben.

„Die Wissenschaftsministerin gackerte höhnisch, und der Verteidigungsminister sah aus wie ein Frankenstein-Monster, das sich ausnahmsweise wohl fühlt.“

Semantisch schon herrlich, und auch wenn man die österreichische Regierung sowohl von damals und auch heute zum Wiehern. Die Lustbarkeit dieses Satzes, hat sich bei mir noch gesteigert, aufgrund eines Blogeintrages, denn ich paar Monate vor dem Erwerb des Buches, 1. Auflage mit Widmung von Jörg Mauthe, die ich leider nicht entziffern kann und seit Montag ist es vollkommen aus bei mir. Nun, das klingt noch unklar und verschwurbelt. Semantisch find ich höhnisch gackernd super, weil das H, das normalerweise nach dem G kommt, diesmal vor dem H kommt. Zweitens, weil es zeigt, dass auch Frankensteins Monster Gefühle hat. Dann regierungsmäßig ist klar, dass Mauthe Karl Lütgendorf (der unter mysteriösen Umständen Selbstmord verübte) und Hertha Firnberg meinte. Letztere hat meiner Meinung nach eine Frisur wie ein Hühnernest. Zur heutigen Situation kann ich nur sagen, dass wir zwar einen männlichen Wissenschaftsminister haben, aber er zum Satz passenden Namen trägt – Hahn. Johannes Hahn. Zum Verteidigungsminister sag ich nur soviel, dass ich überzeugt bin, dass Norbert Darabos als Verteidigungsminister auch selten Gelegenheit hat, sich wohl zu fühlen. Im besagten Blogeintrag fragte ich basierend auf einen Artikel aus der Presse über einen indischen Lokalpolitiker namens Frankenstein, welcher unserer Landeshauptleute ziemlich Frankenstein-mäßig ist. Nun die Perfektion zu diesem Satz lieferte unser Noch-Innenminister Günther Platter. Am Montag gab er bekannt, dass er Landeshauptmann von Tirol wird. Das allein ist eigentlich überhaupt nicht komisch, aber er war bevor er Innenminister wurde Verteidigungsminister und als Innenminister, sah er ja auch nicht immer sonderlich glücklich aus, sondern eher wie ein Frankenstein-Monster, das sich nun ja nicht wohlfühlt. Aber am Montag hat er sich wohlgefühlt in der ZIB2, da hat er gestrahlt, wie ein Christbaum (ZIB2-Interview-Montag).

Nun möchte ich kurz einen Einblick auf die jüngste Entwicklung der Verösterreicherung von Österreich geben, die der Welt fehlen mir nun die Worte wegen der Hitze.
Die grosse Hitze in Österreich *ächz* wird wahrscheinlich durch die Reibung der beiden Großparteien erzeugt. Obwohl laue und maue Ergebnisse herausschauen und wir bald mit einer blauen kalten Dusche erwarten dürfen. Und die SPÖ versucht durch seltsame Volten wie einen Leserbrief in der „Kronenzeitung“ den freien Fall zu stoppen. „Das Medium ist die Botschaft.“ Salopp gesagt, sieht der Verfasser dieser These,McLuhan, dass wie man sich äußert so denkt. Die Botschaft ist, wir machen uns die Politik einfach. Zu einfach. Wichtig ist nur das Heute und was war, aber nicht die Zukunft. Ein Leserbrief greift ein Thema auf, stimmt zu, ergänzt, widerspricht oder stellt richtig. Kaum wird in einem Leserbrief mit Lösungen gearbeitet, sondern sie handeln oft nur vom Vergangenen. Vor allem die Leserbriefe in der Krone. Wenn Politiker ihre neue Linie nicht einmal vorher im Parteigremium absprechen, sondern mit Absprache des Zeitungsherausgebers! der größten meinungsbildenden Printmedium einen Leserbrief abfassen und die Linie ihrer Partei abschwenken entpolitisieren sich die Politiker und die Verantwortung und Macht wird abgegeben an einem Herausgeber. Im Klartext nicht mehr, was die Partei will geschieht, sondern was die auflagenstärkste Zeitung will. Auch wenn Hans Dichand, wie er selber sagt nur im Vorhof der Macht steht.
Hier zeigt sich ein typisch österreichischer Zug in Dichands Denken. Er relativiert seine Macht und offenbart durch seine Haltung auch Prinzipienlosigkeit. Der große Erfolg, der EU-Abstimmung (ca. 2/3 Ja-Stimmen) im Jahr 1994 war, wird oft damit gerechtfertigt, dass die Kronenzeitung dafür war. Nun hat der Herausgeber seine Prinzipien geändert und fuhr bzw. fährt seit Monaten Geschütze gegen den Lissabonner Vertrag auf. Man braucht nur die Kronenzeitung zu lesen.
Prinzipienlosigkeit und der Kampf dagegen ist typisch Österreichisch im kleinen sowie im Großen. In Österreich, wird Prinzipientreue bestraft und Prinziplosigkeit belohnt.
Bundeskanzler Josef Klaus trat zurück, nachdem er wie er im Wahlkampf sagte, dass er als 2. bei einer Wahl zurücktritt. Die ÖVP war daraufhin 16 Jahre in der Opposition. Wolfgang Schüssel meinte 1999, er gehe als Dritter in Opposition – die ÖVP wurde Dritte und Wolfgang Schüssel Bundeskanzler. 2002 wurde die ÖVP gar stärkste Kraft. Andreas Khols Reaktion: „Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.“ zeigt Relativismus pur.
Juristisch wird oft um die korrekte Handlung geschwindelt mit den in Österreich typischen Satz: Da werden wir keinen Richter brauchen. Somit werden immer Ausnahmen von der Ausnahme der Ausnahme in der Regel gemacht. Und wenn man auf die Regeln beharrt, gilt jener oft als kaltschnäuzig und I-Tüpfelchenreiter. Dass man durch diese Schlampigkeit noch mehr Chaos und in gewissen Sachen Elend verursacht wird übersehen. Den hier gilt dann das Recht der Stärkeren, der schöneren, der gesellschaftlichen Beziehungen mit weitaus weniger Rechtsanspruch, der charismatischeren und so weiter mehr dass man jetzt erst recht auf Gnade angewiesen ist. Und hier ist man erst recht auf die Gnade der Einflussreichen ausgeliefert.
Angesichts Dichands Macht, auch wenn schon weniger einflussreich wie zuvor, trifft Viktor Adlers Worte Anfang des 20. Jahrhunderts zu. „In Österreich herrscht der Absolutismus, gemildert durch Schlamperei.“ Den Gnade die, die sich nicht beugten.
Ja, ich bin mir bewusst das Prinzipienreiterei nix bringt und Sachzwänge auch eine Abänderung herbeiführen. Koalitionen bauen darauf, dass man da Kompromisse schließt. Aber allein um die Macht Prinzipien über Bord zu werfen finde ich falsch. Ja, ich fang auch schon an zu relativieren…

Falls ihr hier im Text einen Fehler findet, dürft ihr ihn erstens gerne behalten und zweitens wisst ihr nun von wo diese Schlampigkeit kommt.
Und ja, ich freue mich über Diskussionen. Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!!!

"Wer die Krone liest, ist billig informiert!"

das sagt meine Tante immer wieder.
und wie recht sie hat!
Heute befasse ich mich mit dem Phänomen Kronenzeitung!
Wieso gerade heute und nicht später oder früher?
Keine Ahnung, aber heute habe ich Lust dazu zu bloggen.
Viele Menschen, etwa 3,5 Millionen lesen sie täglich. Reichweitenerster mit etwa 45% Marktanteil. Einzigartig auf der ganzen Welt.
Ich kaufe sie nicht, und wie oft ich sie in der Hand gehabt habe und gelesen, das kann ich an einer Hand abzählen.
Mein Wissen darüber entnehme ich entweder dem brillianten Krone-Blog oder dem großartigen Blattsalat von Günther Traxler.
Hier ein „Gusto“stückerl aus der Krone:

Manchmal schäme ich mich, Österreicher zu sein…
Friday, 20. April 2007
Rudi Schreiner („Das freie Wort“, „Kronen Zeitung“, 19.4.2007) „Bei Cato in der „Kronen Zeitung“ las ich, dass dem Jagdflieger Nowotny sein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof aberkannt wurde. Aber einem afrikanischen Drogendealer hat man in Wien ein Denkmal errichtet! (…) Manchesmal schäme ich mich, Österreicher zu sein!“

Quelle: Krone-Blog

Die Blattlinie lautet: „Die Vielfalt der Meinungen des Herausgebers und der Redakteure“.
Es werden also keine Informationen, sondern Meinungen transportiert.
In jeder normalen Zeitung, gibt es eine Trennung zwischen Kommentar und Bericht bei der Krone verschwimmt das und trotzdem besitzt sie eine hohe Glaubwürdigkeit.
Der Krone wird tendenziöse Berichterstattung vorgeworfen. Ja, das stimmt.
Auch wenn z.B. Elsner keine Sympathien bei mir besitzt wegen seines Verhaltens, finde ich die Hetze die die Kronenzeitung mitveranstaltet hat abscheulich.
Manche Politiker werden wegen ihrer Haltung öffentlich diffamiert: als Beispiele seien Heide Schmidt vom LiF (die es wagte sich mit der Krone anzulegen) , Erhard Busek von der ÖVP (unter dessen Ministerschaft das Museumsquartier umgesetzt wurde gegen den Willen der Krone) , Caspar Einem von der SPÖ (dessen Politik laut Krone gegenüber Fremde zu weich war) und viele Abgeordnete der Grünen genannt.

Trotz allem besitzt sie bei vielen sehr hohe Glaubwürdigkeit. Ich habe mit einer Freundin gesprochen über Zeitungen und ich habe gesagt, die „Österreich ist ein Schundblatt.“ und wollte fortsetzen mit „…genauso wie die Krone“! Dazu kam es nicht, weil meine Freundin darauf antwortete: „wir haben die Krone daheim und die ist echt super“. „Ahso, kam es von meiner Seite, wieso eigentlich?“:
„praktisches Format, kurze Texte“.
„Aha, findest du den Wolf Martin nicht bissl arg“ „Ja eh, aber trotzdem ist es die beste Zeitung“.
(Sinngemäß lief das Gespräch so ab)

So denken immerhin viele der Kroneleser und schreiben an ihre Liebe Kronenzeitung wie toll sie ist. Tagtäglich
wieder eine kostprobe aus dem Kroneblog.

Von einem Elefantenritt kommend, kam uns ein kleiner Zeitungsjunge entgegen…
Thursday, 8. March 2007
Ulli Caravias-Krones („Das freie Wort“, „Kronen Zeitung“8.3.2007) „(….) Urlaub in Indien, Rajasthan. Von einem Elefantenritt kommend, kam uns ein kleiner Zeitungsjunge entgegen mit einer nur zwei Tage alten „Krone“! Natürlich haben wir sie gekauft und uns gefreut, einen Gruß aus der Heimat zu erhalten.“

Meine Freundin schreibt natürlich keinerlei solche Leserbriefe.
Aber viele andere!
die Leserbriefseite wird sehr gern gelesen.
und Hans Dichand meint zynisch:

Und ich finde das also wirklich sehr lustig, weil sie schreiben das ja umsonst, sie kriegen ja kein Honorar dafür. Nicht, also es sind Seiten, die uns nichts kosten auch noch. Wird sehr, sehr gerne gelesen.

Quelle: Krone, ein Stück Boulevard Tag für Tag

Ein weiteres Merkmal sind die vielen Kolumnen wie „Staberl“, „In dem Wind gereimt“ oder „Cato“.
Unter diesem Pseydonym schreibt Herausgeber Hans Dichand seine Meinung, wenn es seiner Meinung nach nötig erscheint.
Dieses Pseydonym brachte Armin Thurnher Chefredakteur des Falters eines Tages dazu den Leitartikel mit folgenden Worten zu beenden.
„Im übrigen bin ich der Meinung, der Mediamil-Komplex (Kunstwort aus dem Zeitungsriesen Mediaprint zu dem die Krone gehört und profil), nach dem berühmten Ceterum censeo des Feldherrn Cato. Und bis jetzt hat er diese Formel beibehalten. Woche für Woche schließt er mit diesem Satz, manchmal abgewandelt, den Leitartikel.


Quelle:www.x-pedition.at
Und weshalb lesen die Österreicher die Krone:
Erhard Busek vermutet folgendes:

Die Kronenzeitung führt nie eine Sachdiskussion. Die Kronenzeitung führt immer eine Emotionsdiskussion, im Blick auf die Auflage und quasi mit dem Volk und für das Volk zu sein.

ja, und wie erreicht man Emotionen durch putzige Tierfotos, Teilnahme der Leser (Leserbriefe), einen Sündenbock etc.
Was braucht der gelernte Österreicher mehr?

Hier der 1. Ausschnitt aus dem kritischen Film
Kronenzeitung Tag für Tag ein Boulevardstück.
Diese Entdeckung im Youtube fand ich in diesem Watchblog namens Gegensatz!

Hier gibt es die restlichen 5 Teile.

Ein Interview des Falters mit der Filmmacherin!
Und hier der „Transkript zum Film“.

Gestern in der Pressestunde des ORF

habe ich mir gedacht, ich spinne, hat der Chefredakteur Christian Rainer vom Profil, die Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky folgendes gefragt: „Sie hätten gerne Kinder gehabt, was hat nicht funktioniert?“ Und zwar, nachdem die Kdolsky gesagt hat, dass die Diskussion „um meine Kinderlosigkeit, die ungewollt ist“, habe mit Sicherheit diese Grenze überschritten hat.
1. hat er nicht zugehört, was beim interviewen ein großer Fehler ist
2. werden männliche Minister sicher nicht gefragt, ob sie impotent sind.
3. hat es wirklich die Schamgrenze deutlich unterschritten!
Sie antwortete darauf trotzdem ziemlich souverän.
Ich muss zugeben an ihrer Stelle hätte ich mich nicht zurückgehalten und forsch gesagt: Haben Sie das auch schon mal einen meiner männlichen Politikkollegen gefragt?
Natürlich gibt es fragen, die privat sind, aber gerechtfertigt in einem Interview. Ähm zum Beispiel, wenn ein Pressesprecher des ehemaligen Finanzministers, Sachen für dessen Frau erledigt. Da finde ich es gerechtfertigt oder wenn Minister aufgrund ihres Postens Rabatt auf Schuhe bekommen oder wenn man sauteuren Rotwein trinkt obwohl man Sozialdemokrat ist.
Es ist schwer
Ich hoffe trotzdem, dass die Kdolsky ihren Redestil treu bleibt, glatt geschliffene Worthülsen gibt es genug unter ihren Regierungskollegen, ehemalige Regierungsmitglieder und sonstigen Politikern.
Es wäre schade, wenn sie durch die gestrige Erfahrung, bald nur mehr nichtssagende Antworten geben wird!
Sie bringt übrigens frischen Wind in der erstarrten ÖVP. Die Schwarzen werden jetzt wahrscheinlich doch eine eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle zustimmen, wobei sie es noch in der Regierung schwarzblauorange trotz Karin Gastingers, der Justizministerin, die einen Vorstoß in die Richtung unternahm sich weigerten. Weiters hätte ich mir mehr Fragen erwartet über Alkoholismus und Jugend, aber anscheinend sind ihre Kirchganggewohnheiten viel wichtiger!
Religion ist Privatsache.
Und sowieso, ich finde es nicht tragisch, wenn eine Ministerin gerne Schweinebraten isst und gelegentlich raucht! Beim Van der Bellen regt sich auch niemand auf, obwohl der raucht wie ein Schlot und das gedünsteter Brokkoli ihr Lieblingsessen ist, hätte ihr auch keiner abgenommen.Im übrigen raucht sie eh nicht mehr! Und für kinderfeindlich halte ich sie auch nicht! Kinder können nerven, war selber sicher nicht nur ein braves Engerl, dass muxmäuschenstill war!
So, dass war jetzt mal ein Plädoyer für eine Politikerin. Aber es musste sein. Weil bei sovielen frauenfeindlichen und beleidigende Äußerungen reißt mir die Geduld. Solche Wortmeldungen waren nicht nur auf die Pressestunde bezogen sondern allgemein.

Hier steht die Geschichte noch im Standard. Samt wilde Postings!
und ein Falter-Interview mit der unvermeidlichen Schweinebratenfrage.

Edit: Nachtrag, am 28. Februar erschien dieser Artikel in der Presse unter der Rubrik Fangnetz!