Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete (Buchrezension)

Ich habe das Buch „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ vom eigenen Geld gekauft. Sicherheitshalber werde ich diese Rezension als Werbung kennzeichnen.


Als Kind habe ich einst zu Weihnachten die Gesamtausgabe vom Räuber Hotzenplotz bekommen, ich hab damals geweint – weil ich ein anderes Buch wollte (welches, weiß ich allerdings nicht mehr). Aber ich mochte es bald, nachdem ich es zum Lesen angefangen hatte.
Es war für mich natürlich spannend, als sie ein altes Skript mit einer neuen Hotzenplotzgeschichte auftauchte. So habe ich es auch gleich am Erscheinungstag gekauft und auch ausgelesen.
Die Geschichte war zwar lustig, aber im Gegensatz zu den 3 Vorgängerbände finde ich sie nicht so raffiniert ausgeschmückt und eher schlicht geschrieben. Bei den wenigen detailreicheren Szenen (Bau der Mondrakete) fühlte ich mich so frappant an Szenen der früheren Bände erinnert, dass ich glaubte die Szene ist fast wortwörtlich von früher übernommen worden. Schon zu viel nach meinem Geschmack, selbst wenn Kasperlgeschichten nach dem selben Muster ablaufen, aber bisschen mehr Raffinesse hätte ich mir da schon gewünscht. Das ganze Stammpersonal ist zwar dabei- doch fehlen mir hier irgendwie schon weitere Figuren, die durch ihr Auftauchen zu weiteren Verwicklungen führen egal ob böse wie Petrosilius Zwackelmann oder eher gut wie Frau Schlotterbeck.

Mein Fazit: Solide gemacht, aber dieses Buch ist eher müde im Vergleich zu der Originaltriologie.

PS: ich hab versucht, ein Fahndungsbild von Hotzenplotz zu malen.

Katalogdaten

Titel: Der Räuber Hotzenplotz und die
Autor: Otfried Preußler
Illustrator: Thorsten Saleina
ISBN: 978-3-522-18510-3
Verlag: Thienemann
überwiegend farbig illustriert
große Schrift
Seitenanzahl: 63 Seiten
Erscheinungstermin: 25.05.2018
Alter: ab 6 Jahre

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3 Männer im Schnee

nein, das wird kein Game of Thrones Eintrag! Wobei das auch zu meinen anachronistischen Sehgewohnheiten gehört. Zwar leben wir jetzt im Glanzzeit der Seriendramen: GOT, Peaky Blinders, Breaking Bad, House of Cards… allerdings habe ich auch eine Vorliebe für leichte Unterhaltung aus österreichischer und deutscher Feder aus den 50iger bis 60iger Jahren.

Ich möchte hier über die Verfilmung von Erich Kästners: „3 Männer im Schnee“ sprechen, der sowohl anachronistisch altmodische Komödie ist und anachronistisch im Winter spielt schreiben.
Das Buch habe ich mehrmals gelesen, aber ich hab noch öfters den dazugehörenden Film geschaut. Ich liebe einfach die Komik, die Geschichte und die Szenerie in diesem Film.

Die Handlung ist simpel, ein Millionär namens Schlüter, bzw. im Buch Tobler (wobei ich den Filmnamen mehr mag) gibt sich als armer Schlucker aus und fährt so als Gewinner eines Preisausschreibens in das Grandhotel. Seine besorgte Tochter ruft dort an und bereitet die Hotelbelegschaft darauf vor. Ganz allein hat sich Schlüter doch nicht ins Abenteuer gewagt und sein Diener Johann begleitet ihn als wohlhabender Mann. Dort lernen und freunden sie den 2. Gewinner Fritz Hagedorn kennen ein derzeit arbeitsloser Werbefachmann. Es kommt, wie es kommen muss. Hagedorn wird für den verkappten Millionär gehalten, während Schlüter eh natürlich Schulze die kalte Schulter gezeigt wird.

Die Story ist großartig, der Text ist komisch, aber wie sie es auf die Leinwand transferien ist Goldes wert.

„Tun Sie nicht als ob sie lesen könnten, das glaubt Ihnen doch keiner.“

und manchmal reicht da auch nur die Mimik, damit man zum Lachen anfängt.
Der Schnitt ist wunderbar und vor allem die Landschaft. Ja, die Landschaft vor allem viel Schnee, ganz viel Schnee, wie es sich für einen richtigen Winter gehört. Da kann sich HBO einiges von dem deutschen bzw. österreichischen Film aus den 50iger Jahren lernen…
Ja, diese FS2 bzw. ORF2 sonntag NM-Filme von anno dazumal mögen vielleicht anspruchslos zu sein, aber sie sind unterhaltsam.

Schreckliche Stunden

Ich habe „Schöne Tage“ gelesen. Diese Leseerfahrung war ganz und gar nicht schön. Es hat mich so richtig bedrückt gemacht. Es zu Ende lesen, war ein Gewaltakt. Mich hat es verstört und Schlaflosigkeit verursacht. Vor allem, da es die eigenen Erfahrungen des Autors Franz Innerhofer beruht. Und das es auch grad 70 Jahre her ist.

schöneTage

Der kleine Holl, wird von seiner Mutter zum Vater, einen Bergbauern im Pinzgau geschickt. Dort wird dieser nicht wie ein Sohn behandelt, sondern wie ein Knecht oder Sklave. Die physische und psychische Unterdrückung. Ich habe oft beim Lesen pausiert. Natürlich frage ich mich, wie so etwas als normal durchgeht. Dass nicht alles so verkitscht ist, wie in den Heimatromane und Berg-undTalhefterl ist mir klar. Es ist hart, aber wie hart entschwindet meiner Vorstellungskraft. Besonders deutlich heraus kommt die Doppelmoral – beten und Schläge, die Ohnmacht und Behandlung der Frauen sowohl der Bediensteten. Ich hab die Wehrlosigkeit gespürt und das hat mich beim Lesen so richtig aggressiv gemacht.
Hier ein Einblick in der Psyche des Bauern:

„Nach dem Frühstück schaffte der Bauer die Arbeit an. Seine Phantasie, eine erbliche Belastung, war wieder hergestellt. Eine Kinderhand konnte nicht klein genug und ein Weiberbauch nicht groß genug sein, er wusste für jeden mehr als genug Arbeit…“

Es ist kaum packbar, also bitte nur lesen, wenn man über starke Nerven verfügt. Ich hab das Buch von meiner Mama, aber sie hat es wegen den geschilderten Umständen nie fertig gelesen. 1981 wurde das Buch mit Laien verfilmt.

Katalogdaten:
Titel: Schöne Tage
Autor: Franz Innerhofer
Jahr: 1974
215 Seiten
Verlag: DTV
ISBN: 3-423-11739-7

Frau Ava – Aus dem Leben einer Klausnerin

Ich mochte die Bücher von Lene Mayer-Skumanz schon als Kind egal ob es die Geschichten vom Kleinen Pater waren, die Xaverlgeschichten oder „Das Geheimnis der Mondkarte“. Lene Mayer-Skumanz befasst sich in ihren Büchern immer wieder mit Kirche und Gott. Weiterlesen

Das Erinnerungsstück – eine Drei-Wortgeschichte.

Myriade hat bei der 3-Wortgeschichte mitgemacht und hat den Leuten freigestellt mitzumachen und ich wollte. Welche 3 Wörter ich einbaute, werdet ihr am Ende sehen. Die Idee stammt von Isabella, die diese Improgeschichteblogparade ins Leben rief. Echt eine tolle Idee. Ich mag meine Geschichte und es hat Spaß gemacht daran zu schreiben. Dabei hatte ich am Anfang keine Ahnung, was es für eine Geschichte wird. Ich hab mich einfach leiten lassen.
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Katzenweihnacht

Ich bekam „Ein Geschenk von Bob“ im März geborgt, allerdings war für mich mitten im Frühlingserwachen keine Zeit für ein Wintermärchen mit dem Streuner. Ich hatte ehrlich gesagt, daher lange auf Grund der Witterung keine Lust dieses Buch zu lesen.
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About Boy

Bislang machte ich eher einen Bogen um Bücher mit tierischen Protagonisten, vor allem wenn es um Erwachsenenliteratur handelt. Meist sind es Katzen, manchmal auch Schafe. Gerne lösen diese Vierbeiner auch Kriminalfälle. Merke, es handelt sich immer um Vierbeiner und die sind meist bepelzt. Für mich stellt sich die Frage: Wo bleiben die Bücher aus der Sicht von Spinnen (8 Beine), Tausendfüssler (max. 750 Beine) oder Schlangen (0 Beine)?
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Süßes oder Saures

Wieder ein Beitrag für den Abbau des SUBs ist das Buch „Achtung die Herdmanns sind zurück“
Ich habe es mir am Flohmarkt der Büchereien Wien gekauft habe, weil ich die Vorgeschichte zu diesem Buch kenne. „Hilfe, die Herdmanns kommen“ ist der Titel und man ist ziemlich hilflos vor lauter Lachen. Es handelt sich übrigens um meine Lieblingsweihnachtsgeschichte. Wer sind nun diese Herdmanns?
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