Pflanzen – Tell a story

Meine Schwestern haben mir als Kind jede Menge Blödsinn erzählt. Beispielsweise wären das „Kuhgschnartert“ (Abfälle der Klauenpflege bei den Rindern) eine Zutat des Bieres ist, sowie Gerstenmalz und Hopfen. Und das Kuhgschnartert macht eben den Biergeschmack, den grauslichen – so die Erklärung. So als Vierjährige habe ich dieses Märchen über das Hopfenkracherl noch geglaubt. Aber mit der Zeit wird man Gott sei Dank klüger und glaubt nicht alles. Jetzt weiß ich natürlich, dass der Geschmack vom Hopfen kommt.
Es reicht schon wenig an Hopfen, dass der ganze Sud bitter wird.

Das größte Hopfenanbaugebiet in Österreich ist das Mühlviertel, weitere Hopfengebiete sind in Leutschach in der Steiermark und auch im Waldviertel. Dabei gab es in den 40iger Jahren des 20. Jahrhunderts gar keinen Hopfen mehr im Mühlviertel, da es die Nazis verboten haben. Hopfen ist aber nicht gerade pflegeleicht, sondern auch eine Diva. Mein Papa hat immer gesagt, „der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen.“ Ziemlich anspruchsvoll ist die Pflanze. Der Hopfen mag das Licht, aber heiße Sommer sind nix. Es werden auch nur die weiblichen Dolden zum Bierbrauen verwendet. Wenns interessiert kann ich den Besuch im Hopfenmuseum in St. Ulrich im Mühlkreis empfehlen. Ich war schon dort und es war für mich sehr interessant, obwohl ich einiges wusste. und nachher darf und kann man sich durch die regionalen Biersorten probieren wie Hofstettner (originelle Biersorten), Schlägler (Stiftsbrauerei mit langer Tradition) und das Neufeldner Bier (biologisch).

Bei der Höhe von 8m und die kurz bemessene Zeit für die Ernte finde ich es noch bewundernswerter, wie man früher die ganzen Dolden gepflückt hat ohne maschinelle Hilfe. Immerhin müssen die rasch in die Darre zur Trocknung gebracht werden.

Andere schöne Pflanzen und Geschichten gibt es bei Emma unter #tella story.

Dieser Beitrag enthält laut österreichischen Gesetz Werbung. Ich werbe für den Hopfenerlebnishof und für die drei erwähnten Biersorten auf freiwillige Basis und nicht, weil mir Geld oder Sachleistung dafür geboten wird.

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22 Gedanken zu „Pflanzen – Tell a story

  1. Dem Hopfen kann man ja fast zusehen beim wachsen. In meiner Nähe wird in der Kartause Ittingen auch Hopfen angebaut und man kann den intensiven Geruch beim vorbeilaufen gut riechen. Eine sehr interessante Pflanze.
    L G Pia

  2. Gerade will ich es auch schreiben, am Bodensee haben ich so viele Hopfenfelder gesehen.
    Ich glaube da waren wir mal in Tettnang.

    Ohne Hopfen kein Bier und umgekehrt, wobei ich gar kein Bier trinke. 🙂
    Wir haben hier wild wachsender Hopfen, von dem habe ich schon mal einen Hopfenkranz gebastelt und am Creadienstag gezeigt.

    Hält aber wirklich nicht lange und das fragt man sich dann, ob sich er Aufwand denn auch lohnt.

    Aber es sieht schon toll aus und es ist eine tolle Pflanze.

    Lieben Gruß Eva

  3. …ich hatte mal ein Pflanze im Topf, aber die habe ich nicht durch gebracht und ich weiß auch nicht, was ihr bei mir nicht gefallen hat…ich hätte sie gerne auf dem Balkon oder im Garten, weil ich sie sehr dekorativ finde…sehr interessant dein Bericht und ich werde es nicht noch mal versuchen mit dieser Diva,

    liebe Grüße Birgitt

  4. Deine Schwestern hatten Ideen! 😂
    Mir ist Hopfen am liebsten in der Pfanne, nicht im Glas. Zum Glück wächst hier viel wilder Hopfen und der ist wie Unkraut. Im Frühlin kann ich hoffentlich wieder Hopfensprossen ernten!

    • ich denke, alle in der Familie sind mit einer gewissen Fantasie gesegnet. Ich fürchte mich schon vor dem Tag, andem mir mein Neffe nix mehr glaubt, was ich ihm erzähle. Hopfensprossen sollen eine ziemliche Delikatesse sein. wäre gespannt. Wobei ich selber selten Bier trinke – (wenn dann die drei oben erwähnten Sorten bzw. Murauer), aber ich schätze Bier als Zutat. Z.B. ins Chili con Carne.

  5. Hach, und da haben wir uns nicht mal abgesprochen. Du schreibst über`s Mühlviertel und ich über`s Weinviertel ;-)))) Hallo, Nachbarin ? Ich trinke gerne mal ein „gepflegtes“ Bier und ein Gläschen Wein darf`s auch mal sein. LG Petra

  6. spannend. als nicht-biertrinkerin hab ich so überhaupt keinen blassen schimmer von bier und verkostungen wären auch gar nix für mich. warum kennst du dich denn so gut damit aus 🙂 ? ich kann mir schon vorstellen, dass du dieses märchen geglaubt hast, so wie bier schmeckt 😛

  7. Was für eine Geschichte 😉 die werd ich mir abspeichern, als gebürtige Holledauerin beschäftigt und begleitet mich der Hopfen mein Leben lang, und dass er mit „Zehennägeln“ zu ersetzen ist … immer wieder lerne ich Neues dazu. Und die Geschichte ergänze ich: Man stelle sich vor, statt Hopfen sammelt man einfach die eigenen Zehenägel und anderen Hornabfall, füllt die in ein Kissen und schon schläft es sich viel besser 😂😂😂

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