Veröffentlicht in Österreich, Buch, Leselust, Literatur, Rezension, SUB-Abbau

Frau Ava – Aus dem Leben einer Klausnerin

Ich mochte die Bücher von Lene Mayer-Skumanz schon als Kind egal ob es die Geschichten vom Kleinen Pater waren, die Xaverlgeschichten oder „Das Geheimnis der Mondkarte“. Lene Mayer-Skumanz befasst sich in ihren Büchern immer wieder mit Kirche und Gott.

Was sie auszeichnet ist, dass die Bücher neugierig auf Religion machen und dass sie nicht mit einem frömmlerischen und moralischen Zeigefinger daherkommt. Ganz im Gegenteil, ich finde es steckt auch feiner Humor dahinter.
Frau Ava
Dieses Buch hat mich als Jugendliche nicht angesprochen, erstens vom Thema, aber auch vom Cover nicht. Jetzt finde ich das Thema aber spannend und lesenswert und gar nicht so fad, wie ich als Jugendliche dachte.

In Frau Ava schreibt sie über die erste deutschsprachige namentlich bekannte Dichterin. Die Witwe Frau Ava zieht im Jahr 1100 als Klausnerin ins Fladnitztal (Niederösterreich) und beginnt dort ihre Studien für „Das Leben Jesu“ mit Unterstützung ihrer beiden Söhne, die beide geistliche Herren sind. Das Besondere an dem Werk von Frau Ava ist, dass es in Deutsch anstatt in Latein verfasst ist und sie auch auf die biblischen Frauen das Augenmerk lenkt.
Wir erfahren zwar einiges, wie sie den Schreibprozess bewältigt und wie sie um die richtigen Worte ringt.

„Nun fall nieder und bete mich an, dann wird dir all dies untertan!“ Nein, das klang nicht genug nach Satan. Er schmiegte sich in keinen Rhythmus. Dieses „nun“ war zu streichen, Satan kam ohne Umschweife, grob, maßlos und frech. „Fall nieder und bete mich an, dies wird dir all’s untertan.“

Auch wenn Frau Ava zwar abgeschieden im Turm lebt, brav die Pflichten einer Klausnerin erfüllt (wie eine große Anzahl an Gebete täglich beten und das eigene Grab zu schaufeln) geht das Leben nicht an sie vorüber und sie löst im erzählten Zeitraum auch einige weltliche Probleme mit Geschick. Wie zu Beginn des Buches der Novizin Alruna, die sich hoffnungslos in Avas Sohn Chazili verliebt hat.
Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven geschrieben, die sich harmonisch zusammenfügen. Dadurch entsteht ein ganzheitlicheres Bild der Figuren und ich fühlte mit den Figuren mit und teilte deren Emotionen wie Zorn, Erleichterung und Freude. Die Figuren sind durchaus realistisch und die POV-Charaktere auch sympathisch gestaltet.
Im Anhang des Buches gibt es noch historische Infos über die Frau Ava. Da erfährt man, dass ein Gedicht von ihr in den 2000er Jahren im Rahmen von „Poetry in Motion“ großflächig in den Stationen von Bus und U-Bahn in Amerika plakatiert wurde.

10 von 10 vollgeschriebenen Wachstafeln
Das Buch darf bleiben, allerdings habe ich es jetzt einer Freundin geborgt.

Titel: Frau Ava
Autorin: Lene Mayer-Skumanz
Dachsverlag
ISBN: 3-85191-257-8
S. 191
Illustriert
2002

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

4 Kommentare zu „Frau Ava – Aus dem Leben einer Klausnerin

  1. Ob irgendetwas bei mir im Leben noch die Liebe zu Religionen wecken kann? Ich glaub eher nicht, aber werde mir das Buch merken. 🙂

    1. ich hoffe, es kam nicht missionarisch rüber, aber ich fand das Buch einfach nur spannend. Mit Religion wird leider Schindluder betrieben. Ich habe Gott sei Dank gute Erfahrungen gemacht, und die lasse ich mir von den Spinnern nicht austreiben. Wobei ich nicht alles tolerieren kann und will.

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