Veröffentlicht in Österreich, Buch, Leselust, Literatur, Rezension

wunderbare Valerie

Ich lese ja gerne die Kolumnen von Elfriede Hammerl im Profil. Darum habe ich jetzt auch ihr Buch Wunderbare Valerie gelesen. Und das Buch finde ich wunderbar geschrieben.

Wunderbare Valerie
Es geht um die Ich-Erzählerin Lisa, die unter anderem als Drehbuchautorin für die Serie „Wunderbare Valerie“ arbeitet. Allerdings wird sie nur als KO-Autorin genannt, weil der Sohn der Hauptdarstellerin Beatrice Lombardi – offiziell die Bücher schreibt. Nicht nur, dass Nikki – der Sohn – ein Taugenichts ist, auch Beatrice mischt sich regelmäßig ein, die Valerie aus ihrer Sicht noch eine sympathische Note verleiht.

Ich bin gut beraten, wenn ich spure.

Das Leben ist nicht so einfach für Lisa, den Ruhm für die Arbeit streift jemand anderer ein, ihre Ideen werden für den Mainstream verworfen und auch ihr Liebesleben – die Affäre mit Christian einem Arzt – ist eher unbefriedigend. Doch Christian bleibt nicht nur der einzige Arzt in der Geschichte und auch nicht der einzige Problemmann.
Und auf einmal taucht sie auf, Olga – die ursprüngliche Valerie. Lisa ist schon etwas perplex, dass ihre eigene Schöpfung im Wohnzimmer steht. Und dann bekommt man noch sowas zu hören:

Die Fremde öffnet ihren [Mund] erneut und sagt: „Es passt mir nicht, was Sie aus mir gemacht haben. Es passt mir schon lange nicht. Aber ich war geduldig. Viel zu geduldig.“

Also diese Frau ist kein sympathisches Muttertier und „positiver“ Charakter wie die wunderbare Valerie, sondern eine geistreiche und durchaus selbstbewusste Frau. Olga ist durchaus etwas exzentrisch – zumindest immer sehr stylish, vor allem ihre Auftritte und Abgänge. Diese erfolgen jeweils in einem wirklich unpassenden Moment. Olga ist im ersten Gespräch jedenfalls ist mit Lisa unzufrieden, weil diese sie Dinge tun lässt, die sie nicht tun würde wie beispielsweise Hundebabys zu entführen und verlangt von ihr die Änderung des Plots. Dies ist natürlich nicht so einfach zum Umsetzen, angesichts einiger Egos beteiligter Personen. Generell das Ego einiger Personen führt zu Komplikationen – im Drehbuch namens Leben.
Elfriede Hammerls Sinn für Humor und ironischen Situationen gefällt mir. Ich mag ihre Figuren, auch die unsympathischen. Sie sind so lebendig. Sie zerpflückt sowohl die (vermeintliche) High Society, aber auch die Neidgesellschaft bekommt ihr Fett ab. Ich kenne sie durch die Kolumnen auch als politische Kommentatorin. Man merkt es beim Lesen. Auch im Roman macht Elfriede Hammerl darauf aufmerksam, wie sehr Frauen und Personen aus der sogenannten „bildungsfernen Schicht“ noch immer für deren Recht kämpfen müssen. Ich finde auch deswegen den Schluss sehr stimmig und geglückt – auch wenn es vielleicht nicht dem herkömmlichen Happy End entspricht. Aber wenn man ein herkömmliches Happy End will, dann sollte man vielleicht die Soap „Wunderbare Valerie“ schauen und nicht dieses Buch lesen. Trotz manch politischer Botschaft finde ich dieses Buch eine wunderbare leichte Lektüre.
Ich verleihe demnach diesem Buch 10 von 10 Götter in Weiß (auch wenn nur 2 Stück im Buch vorkommen)

Knallharte Katalogdaten
Titel: Wunderbare Valerie
Autorin: Elfriede Hammerl
Verlag: Deuticke
Jahr: 2003
287 Seiten
ISBN 3-216-30674-7

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

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