Veröffentlicht in Österreich, Literatur, Medien, Politik

Hass im Netz

vor kurzem habe ich das Buch „Hass im Netz“ von Ingrid Brodnig gelesen.

Es ist schön geschrieben, bringt Beispiele und auch wie man dem Hass begegnen kann.
Einerseits Trolle nicht füttern, mit dem Hasskommentator diskutieren oder mit Humor entwaffnen.
Wer damit schon einige entwaffnen konnte, war J.K. Rowling – wie Ingrid Brodnig beschreibt.

Als ein User einmal meinte, dass man ihre Bücher verbrennen sollte, schrieb sie: „Book burnings! I’ll bring marshmallows“

Es wird dann gut beschrieben, wie es wirkt und was dahintersteckt. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen.
Hass im Netz (Brandstätter Verlag)
(Bild: Brandstätter Verlag)

Ich finde es schon schlimm, wieviele Leute Dinge ins Internet abladen, die einfach nur grauslich sind. Teilweise anonym, auf FB auch unter dem Klarnamen.
Es werden Gerüchte gestreut, dass einer der Bundespräsidentschaftskandidaten Krebs hat – dann wiederum schreibt jemand, dass die Gesundheitsministerin an Krebs verrecken soll.
Am meisten müssen oft Frauen und Flüchtlinge dem Hass standhalten. Hier aus der Wienerin ein Video, in dem Frauen Hasspostings vorlesen.
Bitte, was bewegt einem, es einem Menschen – der teilweise wildfremd – ist zu schreiben. Was bringt einem dazu, dass man jemanden mit Gewalt wie Vergewaltigung droht?

Jetzt gibt es in Österreich von der Staatsekretärin Muna Duzdar, der man übrigens via Internet mit Vergewaltigung gedroht hat, eine Kampagne dagegen, unterstützt von Politik z.B. LH Peter Kaiser, aber auch der Kirche – z.B. Kardinal Schönborn. Ich wünsche mir, dass diese Kampagne Früchte trägt und den Hass zurückdrängt und bei Menschen ein umdenken kommt.
Es ist leider aber eine Symptombekämpfung. Was macht die Leute zu Hasser? Ich vermute, wenn sie glauben, es geht Ihnen schlecht, wenn sie kein Sicherheitsgefühl haben. Da lassen doch einige die Wut auf schwächere aus, oder die die sie als Feinde sehen. und gerade da muss eigentlich jeder selber dranarbeiten. Man kann innere Stärke nicht von aussen aufdoktrinieren. Aber Hass lässt sich paradoxerweise aufdoktrinieren.

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

4 Kommentare zu „Hass im Netz

    1. ja, es gibt Opfer. Ich finde es so richtig schlimm, wie Frauen offen Vergewaltigung angedroht werden. Es muss hier angesetzt werden, aber gleichzeitig wünsche ich mir auch eine Ursachenbekämpfung. Aber das liegt in der Hand von Erzieher. Wenn ich mal Kinder habe, werde ich sie dafür sensiblisieren.

      1. Beides ist wichtig. Die Ursache bekaempfen scheint wichtiger, aber der Zug ist fuer viele abgefahren, zumindest fuer den Moment. In dem Fall muss halt vorgesorgt werden, dass sie wenigstens keinen weiteren Schaden anrichten bis sie, womoeglich unter Anleitung, umgedacht haben.

    2. „Bekämpfen“ finde ich ein wenig martialisch.
      Entlarven, Ursachen analysieren, durchaus auch unterminieren ist vielleicht wirksamer.

      «Hass beeinträchtigt die Wahrnehmung und das Urteilsvermögen.»

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