Veröffentlicht in Bildung, ich, Literatur, Medien

eine Woche nichts lesen – Resümee Tag 1

wie geht es einem der nichts oder wenig liest. hier Tag eins (14.7), wenn ich es bewusst nicht mache.

Bis ich zur Arbeit ging bzw. fuhr ging es ja, aber in der Straßenbahn und U-Bahn wurde ich fast schwach. Schon bei der Haltestelle schaute ich schon mal herum, weil in der Zwischenzeit hätte ich sicher paar Seiten lesen hätte können, bis die Straßenbahn kam. In der Straßenbahn vermisste ich schon das Buch. Vor mir wurde gelesen, neben mir und hinter mir. Aber natürlich hauptsächich diese unterirdischen Gratisverteilblätter Österreich und Heute. Sicher ging es um das WM-Finale, aber ich habs schon gesehen, wieso soll ich das nochmals lesen. Ja, aber muss ich das zu Tode analysierte von paar abgehalfterten Fußballern aus der großen Fußballnation Österreich lesen?

Ist lesen nicht irgendwie eine Beziehung aufzubauen, ist da nicht manchmal was Erotisches dabei.

Ich schaute aus dem Fenster hinaus, interessant wie mich die Werbereklamen und so ansprangen. Aber diese Ö3 Werbung, das ist nicht deutsch. Tja, Ahja gar nicht gewusst, dass dieses Haus im Jahr sowieso von der Gemeinde Wien erbaut wurde. und dieses hier und jenes hier und das dort auch.

In der Arbeit ging es, obwohl ich mit Büchern arbeite. Da geht es mir ungefähr wie ein Diabetiker der in einer Konditorei arbeitet. Irgendwie drängt mir der eine Satz aus dem 100. Kapitel vom „Mann ohne Eigenschaften“ auf: „Wer sich auf den Inhalt einlässt, ist als Bibliothekar verloren.“ Hat ein ehemaliger Kollege mal gesagt, wie er mich sah, wie ich meine Nase in ein Buch steckte. „Der Mann ohne Eigenschaften“ habe ich nie ganz gelesen, dafür das Kapitel 100 sicher 100 mal… Es ist schon spannend, dass manche sagen, sie haben dieses Buch auch gern gelesen, weil Bruno Kreisky das auch gelesen hat. Diese Me-too-Menschen sind billige Kopien, auch wie diese Me-too Bücher. Zuerst lasen alle italienische Krimis, vor allem aus Venedig, dann lasen alle Schweden oder zumindest Skandinavienkrimis, jetzt fahren alle auf Regionalkrimis ab und was kommt als nächster Trend? Antarktiskrimis, die wären zumindest grimmig kalt und da gibt’s sicher kaltblütige Morde.

Nach der Arbeit ging es zu einem kleinen Sommerfest und dann ab nach Hause. Bei den Gesprächen konnte ich trotz Leseverbot gut mithalten ging es doch nur um die WM.

Nur die Mails wie würde ich die gerne lesen, aber das verstößt gegen die Regeln. Gut, schalter ab und gute Nacht.

Advertisements

Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

4 Kommentare zu „eine Woche nichts lesen – Resümee Tag 1

  1. Wer liest, entdeckt neue fantastische Welten, während die Welt, in der er lebt, an ihm vorüberzieht. Besonders gut zu beobachten im Zug, Straßenbahn usw….. 😉

  2. Hallo liebe Weltbeobachterin. Ich bin gerade zufällig bei dir gelandet und wundere mich wie und warum man es aushalten soll eine Woche nichts zu lesen. Klingt schrecklich ! Bei „Österreich“ und „heute“ kann man diesen Verzicht natürlich lebenslang aushalten, aber insgesamt …. Interessant ist es aber jedenfalls und daher abonniere ich dich gleich einmal. Liebe Grüße von Wien nach Wien.

    1. ich frage mich auch, aber ich wollte es mal bewusst ausprobieren. im Job musste ich schon was lesen, noch dazu ein Bücherberuf… – ja Österreich, Heute und Krone auf die kann ich auch lebenslang verzichten – nur interessiert mich schon manchmal was die Leute so fürn Müll in sich reinziehen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s