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wider dem Biederen

Narrenschiff von Reinhard Mey fällt mir ein,

wenn ich mir das Cover von dem Buch
Reformen ohne Tabu ansehe.

Ich glaub das ist ganz interessant, dieses Buch und hoffentlich ein Anstoß zur Veränderung. Es kommen immer Anstöße zur Veränderung – soviele Leute habens satt. Den Stillstand und das beharren auf den Status Quo. Es heißt, wer will das die Welt so bleibt wie sie ist, der muß sie ändern. Doch dazu sind die politischen Kräfte in Österreich nicht im Stande. Die Regierung ist ideologisch jeweils so verbohrt, dass sie keinen Schritt aufeinanderzumachen, weil sie dem Anderen keinen Erfolg vergönnen. Kanzler Faymann von der SPÖ leiht sein Ohr, wie es mir scheint, nur generell dem Boulevard, der unauffällige Vizekanzler muss erst beweisen, wie unabhängig er ist und hat mit seiner ÖVP zu kämpfen, die sich den Todestrieb hingibt. Die Opposition ist wie die Regierung einander uneins. Die Grünen geben sich der Selbstzufriedenheit hin, weil sie gut sind und eh gegen allem Kapitalismus, AKWs und faschistischen Kleinbürgertum ist. Das BZÖ ist nur mehr eine Randerscheinung, weil auch Haider nicht mehr so große Wirkung zeigte wie bis 2010, weil sich im BZÖ-Lande Kärnten, die Freiheitlichen in Kärnten doch wieder mit der FPÖ verbandeln will (Überlebenstrieb)und dadurch endlich zwar mit Volksbefragung einen fragwürdigen Kompromiss in der leidigen Ortstafelstreit zustimmt. (nach mehr als 50 Jahren – ein Armutszeugnis für den Staate Österreich). und dann ist ja er, der Umfragedominator, der blaue Superheld HC Strache. Jung und modern mit den alten Werten, die mit 1945 begraben werden hätten sollen. Es umweht ihn und seine Kameraden ein besonderer Duft, den ich als übel empfinde.

Dann gibt es noch die Medien, die die Leute in einem Augenblick hochjubeln und dann wieder fallen lassen. Hauptsache die Schlagzeilen klingen gut und schlagen ein wie der Blitz. Dass der Blitz verheerendes anrichtet ist ja wurscht. Wurscht, dass dann die ganze Moral abgefackelt ist und an den Mauern der Brandstatt klagen die Brandstifter und Anstifter der miesen Politik ein Klagelied. Die Anbiedermänner (Danke Papa für den Begriff!) betteln dann um Aufmerksamkeit und werfen sich in der von den Löschversuchen schmierigen Asche nieder und vollziehen den Kotau um weiter in den Bildundbuchstabengeschwurbel des Boulevards aufzutauchen. In Anlehnung an Max Frisch könnte man dieses Stück Elend als „Anstifter und Anbiedermann“ bezeichnen. und was wird in das Stück von Frisch angeprangert? Die Feigheit der Leut. Die Feigheit vor dem Offensichtlichen um ja nicht aufzufallen. Frisch sieht ja die beiden Brandstifter apolitisch, aber er charaktisiert in dem Filmausschnitt hier das als Sellbstzerstörung des Biedermannes.

Ich glaube viele die sich politisch beschäftigen haben die Selbstzerstörer satt, und noch mehr interessieren sich nicht – aus Selbstschutz? Aus Selbstschutz mischen sie sich nicht in ihre eigene Angelegenheit ein. Doch dann gibt es die, die darüber wütend sind und die schreiben Bücher wie das obengenannte, überlegen Parteineugründungen, vergessen das gute Benehmen und sagen, was sie von den Politprotagonisten halten – wie Herr Treichl: „Feig und blöd“ – oder versuchen die Apathie einzureißen in dem man die Bürger zu Initiativen aufruft wie Frau Rohrer. Das ist wahrer Selbstschutz. Zumindest kann man sich dann nicht vorwerfen nix getan zu haben.

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

7 Kommentare zu „wider dem Biederen

    1. genau, aber der Widerstand ist widersprüchlich. vor allem dass die alternative so interessant ist wie die Wahl zwischen grauen, welken Spinat, Südfrüchte mit blauen Schimmelrasen und dem Erbrochenem nach dem Genuß von viel brauner verdorbener Soße. (darf man ruhig metaphorisch nehmen.)

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