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Erdäpfelschedel aka Reiwaschedl

Das ist eine echte Mühlviertler Hausmannskost. Ein Mühlviertler liebt die Kombination Erdäpfel und Speck, so wie ich. Gerade im Mühlviertel gedeihen die Erdäpfel hervorragend, weil ihnen das raue Klima taugt und der Boden sandig ist. Wenn es zu Erdäpfel-Speckgerichte noch Sauerkraut und Apfelkompott gibt, ist des Mühlviertlers Glück perfekt. Ja, nicht nur beim Chinesen gibt es Süßsauer.
Nun, eine solche Speise ist neben den Speckknödel und Erdäpfelnudeln (die Links führen zu den Rezepten der ehrenwerten Ellja) der Reiwaschedl.
Der Reiwaschedl hat nix mit Räuber zu tun, obwohl man den im Mühlviertel auch so ausspricht, sondern kommt vom Verb reiben. Der Schedl, den man auch Schädl schreiben kann hat auch nix mit dem Kopf zu tun. Ein Schedel ist ein Auflauf. Laut dem Buch „Das Mühlviertel Sprache, Brauchtum und Spruch Band 2 von Otto Milfait steht das Wort für Kuchen, vor allem im Oberen Mühlviertel (Bezirk Rohrbach).
Ich habe Lilly schon lange versprochen, den Reiwaschedl zu bloggen. Nachdem es eher ein Herbst/Wintergericht ist, komme ich erst heute dazu. Immerhin wollte ich auch noch ein passendes Foto machen.
Das Rezept habe ich übrigens aus dem Niederkappler Kochbuch.

Reiwaschedl

Zutaten: 7 große rohe Erdäpfel, 2 Semmerl oder Knödelbrot, 4 Eier, nicht ganz einen halben Liter Milch, eine Handvoll Grieß, Salz ca. ½ EL, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Aromat und Bauchspeckscheiben, Butter zum Befetten

Zubereitung:
Erdäpfel schälen und reiben (ob fein oder grob bleibt sich gleich), dann in ein Sieb geben und gut waschen. In einer Schüssel geben und mit den anderen Zutaten bis auf den Speck vermischen. Eine große Rein/Kasserolle ordentlich mit Butter befetten und die Masse reingeben, darum heißt die Rein wahrscheinlich rein. Backen bis oben leicht gebräunt ist und Speckscheiben drauflegen. (Ein Tipp, eher einen fetten Speck nehmen, den magerer Speck dörrt aus und schmeckt dann sauer. ) Noch 5 Min. backen.

Wie lange er braucht, weiß ich nicht – weil ich ihn im Rohr des Holzofen gemacht habe. Die Dauer ist etwa eine halbe bis Dreiviertelstunde und von der Hitze her, würde ich 180°C nehmen. Die Menge ergibt etwa 10 geschickte Portionen
Reiwaschedl
So soll er in etwa aussehen.

PS: Ich denke, wenn man das so nicht mag und es magerer haben will, dann kann man mageren Speck in Würfel schneiden und unter der Masse heben, oder den Speck weglassen.
Im Kochbuch steht, wenn man die ganzen Gewürze bis auf das Salz weglässt kann man ihn auch süß essen, in dem man ihn mit Äpfelspeideln belegt, oder dazu Marmelade serviert.

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

8 Kommentare zu „Erdäpfelschedel aka Reiwaschedl

  1. da schlägt mein mühlviertler-herzi aber hoch! mhhhh…. und die Idee mit den Apfelspeideln kann ich mir sogar auch zu der würzigen Variante gut vorstellen… mah super, das muss ich bald mal nachkochen!!!!

  2. Das schaut mir sehr gut daher!
    Werde ich demnächst nachmachen, wo ich doch Erdäpfel so gerne mag.
    Ob ich Apfelspeidln dazu mag, bin ich mir nicht sicher. Ich hab ein Problem mit „süß“ und salzig. Und Erdäpfel sind in dem Fall salzig für mich.

  3. Dass der Reiwaschedl nix mit dem Kopfschädel zu tun hat, stimmt aber nicht ganz: weil sich beide von dem mittelhochdt. schëdel (= Schüssel, Schale, Gefäß) herleiten.
    Feines Rezept 😉

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