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Ipoditis media

Heute gabs im ORF ein Bericht wie sich Ipods negativ auswirken. Da ist jetzt nicht die Rede von Schwerhörigkeit, sondern dass man dadurch Dinge im Strassenverkehr nicht mehr hört und ein Sinnesorgan im wahrsten Sinne des Wortes zustöpselt.
Ja, ich hab selber einen Ipod und ein Handy mit Radiofunktion. Beide nutze ich ehrlicherweise gesagt oft. Zum Busfahren beispielsweise, wenn ich mir nicht den Radiowunsch des Busfahrers, der den ganzen Bus damit beschallt – wie zum Beispiel mit nerviger Werbung, nervigen Moderatoren und noch nervigeren ewigen Gleichklang der selben Musikstücke egal ich will mich diesen Muntermacher nicht unterwerfen. So hat sich bei mir schon ein Morgen bzw. Abendritual entwickelt. Aber wenn ich wo herumgehe mag ich meist bewusst das hören, was in der Umgebung los ist. Sonst hab ich das Gefühl ich lauf in einem Stummfilm mit dem falschen Sound herum. Denn Stummfilme sind tatsächlich nie komplett stumm gewesen, es gab ja immer Musik und so stell ich mir das herumgehen mit dem Ipod auf der Landstrasse (egal ob eine meterlange Strasse irgendwo in der Pampa (des Mühlviertels) oder die Einkaufsstrasse von Linz) vor. Es muss sich komisch anfühlen durch den Weihnachtsmarkt im Volksgarten zu gehen und dabei Summer of 69 oder Summer nights zu hören.
Es wäre mal echt interessant zu sehen, wieviele Leute bei einem vorbeigehen mit Ohrstöpseln Kopfhörern in den Ohren. (ja, ich finde wirklich man kapselt sich ab und dadurch sage und schreibe ich ständig Ohrstöpsel)

Sehr skurill fand ich mal, da war ich mal essen beim Merkur im Restaurant. Am Tisch neben mir, saßen zwei junge Mädchen. Beide unterhielten sich miteinander und hatten die Kopfhörer ihres Ipods auf den Ohren! 88| 8| 88|

naja, was soll ich da nur sagen… 🙄 das ist ja total tüt :crazy:
vor allem, wenn man genauer horchte, die Musik noch bis zu meinem Tisch hörbar war. |-|

Weshalb ich das so tüt finde? Da erlebt man die Umgebung nicht mehr so intensiv – es ist als fehlt da was. (Ich möchte mit diesem Satz – Gehörlose auf keinem Fall auf den Schlips treten). Aber dann hat man so einen Schleier um die Ohren, dass alles ganz anders ist.
man kann ja einen Selbstversuch starten und Bilder mit anderen Melodien unterlegen – den Musik (Filmmusik vor allem – ist ein Stimmungsträger) und es ist eben ein anderes Gefühl, wenn man im Auto fährt und ein kraftvolles „I am what I am“ hört oder irgendeine Kuschelrocknummer. und manchmal braucht man die bewusste Stille.

Deswegen gefällt mir ja das Linz09-Projekt Hörstadt extrem gut und finde es gut, wenn das Projekt weitergeht.

Was ich sehr spannend finde, war der No Music Day, der am 21. November stattgefunden hat. Selbst zwei Radios (Liferadio sowie Radio FRO) hat dabei mitgemacht.

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

12 Kommentare zu „Ipoditis media

  1. Hihi, sehr hübsch beschrieben. Vor allem die Formulierung „das ist ja total tüt“ finde ich in einer Art und Weise genial…

    Ich schotte mich per iPod beim Sport von der Außenwelt ab. Die Muckibude meines Vertrauens, wo ich zwei bis dreimal pro Woche versuche, etwas für Kondition und Rücken und gegen den Bauch zu unternehmen, hat eine sehr aufdringliche Art, die schweißmiefenden Hallen mit Dauer-Bumm-Bumm á la Love Parade zu beschallen, da muß man irgendwie gegenansteuern.

    Und eine Stunde auf dem Laufband ist (für mich) mit den Rolling Stones nun mal sehr viel leichter zu ertragen als mit dem heute üblichen unmelodischen Sprech“gesang“ kreolischer Migranten, die mit bunten Wollmützen und abgeschnittenen Fingerhandschuhen um brennende Mülltonnen herumwuppeln…

    Übrigens finde ich dieses Projekt „Hörstadt“ auch sehr interessant.

    Wenn es da mal irgendwelche Ergebnisse zu gibt, verrat sie uns bitte.

    Liebe Grüße von der stürmischen Ostsee :wave:

  2. Solche Ohrstöpsel – ob im Gespräch, im Unterricht oder sonst – sind eigentlich eine Unsitte geworden. Es gehört sich nun mal nicht, wenn man mit jemand anderem zusammen ist. Das ist meine Meinung.

    Im Bus, wenn man allein sein möchte – ja, das ist so etwas gut. :))

  3. Ich mag es, wenn es richtig still ist. Da ich aber Tinnitus habe, sind die Ohrstöpsel für mich eine große Hilfe beim Einschlafen, um meine eigenen Geräusche zu überdecken. Im Fitnesstudio würde ich sie auch benutzen, nicht aber beim Spaziergang oder im Café etc. – die Welt ist schon so laut genug!

  4. ich hab festgestellt, dass ich weniger auf den Verkehr achte (zB wenn ich eine Straße überquere), wenn ich Ohrstöpsel trage.
    Höre inzwischen eigentlich nur noch in der U-Bahn (das ist angenehm, da muss man so manches nicht hören, was man eigentlich gar nicht hören will;) ).

    1. hm, dann muss man den andern Mist nicht zuhören – aber es ist unglaublich, was die andern Leute in der öffentlichkeit so preisgeben. einmal haben hinter mir im Bus 2 Frauen voll über andere Leute hergezogen – die waren übrigens von meinem Ort. (ich war gezwungen dem zuzuhören, weil mein Akku leer war.

  5. Der Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr darf bei euch den DJ geben ? Gefährlich. Dieser Beruf dürfte dadurch interessant für sadistisch veranlagte Zeitgenossen werden.
    Wenn ich meiner Frau glauben darf fällt eine Arbeit wie Bügeln mit einem dieser MiniIpods wesentlich leichter.

    1. also beim bügeln tu ich fernsehen – am liebsten Politsendungen.
      ad Busfahrer
      naja, kommt auf dem Busfahrer draufan. die meisten haben den Radio aufgedreht und die meisten auch halbleise – aber wenn man den falschen erwischt – das ist oft so wenn es die PRivatbusse sind, dass man aus Lautsprechern beschallt wird.

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