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Jörg Haider ist tot

Ich kann es nicht fassen und bin doch in gewisser Maßen auch betroffen.
Nein, nicht weil ich jemals FPÖ und BZÖ gewählt habe. Aber österreichische Politik ohne Jörg Haider – das gabs in meiner Erinnerung nicht. Es ist eine Ära zu Ende gegangen.
Meine ersten politischen Erinnerungen habe ich an Haider. Dass meine Eltern Gegner von ihm waren. In der 3. Volksschule hat ein Klassenkollege im Unterricht wie wir über Politik gesprochen haben – laut gesagt: „Der Haider ist ein Depp“. Die Enttäuschung und Wut meiner Eltern nach jedem Wahlabend, wenn die FPÖ wieder zugewonnen hat. Wie mein Vater 1999, nach der Wahlauszählung – er war damals Wahlbeisitzer, erzählt hat dass die FPÖ die zweitstärktste Kraft in unserem Wahlsprengel war. Die Fassungslosigkeit wie sie auch auf Bundesebene 2. wurden. Als die Strahlkraft sank. Wie das BZÖ gegründet wurde. und zuletzt wie das BZÖ sich wieder verdreifacht hat.

Er war ein Politiker der Emotionen erzeugt hat. Haider-Titel verkauften sich in den 90igern massenweise. Fast wie bei einem Popstar. Der Falter verhängte ein Bilderverbot über ihn. Er erzeugte Wut auf Ausländer oder auf Rot-Schwarz und auch die Wut gegen ihn. Er spielte mit der Rhetorik von aggressiv bis staatsmännisch von burschenhaft bis väterlich. Der Wechsel allein war bei ihm beständig. Bewunderung und Spott wurde ihm zu Teil. Er war immer aufregend durch seine Tabubrüchen und apolitischen Verhalten. Er konnte sich hervorragend in Szene setzen, selbst mit so unsinnigen Ortstafelverrücken und doch hatte er sein Ohr beim Volk. Seine letzte politische Aussage und Tätigkeit brachte mich zu Weißglut. Ich habe oft gebloggt über ihn. und tu es jetzt auch immer wieder.

Nun mein Beileid gilt seiner Familie.

Doch wie wird es politisch weitergehen?
Und was wird von Jörg Haider bleiben?

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

57 Kommentare zu „Jörg Haider ist tot

    1. Das ist ein bisschen oberflächlich gesehen, find ich. Erstens ist nun bei den nächsten Wahlen vielleicht der agressivere Strache am Zug und zweitens – eine Wiedervereinigung FPÖ/BZÖ ist denkbar nah für mich. Das sind in etwa 30% zur Zeit und sehr bedenklich……. – daran kann man schon untergehen. Ein gutes Gefühl hab ich jedenfalls nicht.

        1. Eine 3er-Koalition – mit wem auch immer – jedenfalls mit BZÖ und FPÖ wär wohl sehr unwarscheinlich gewesen – nun könnte es zu einer Zweierkoalition kommen. Sicher – es wäre kein Weltuntergang – wir sind ein kleines, unbedeutendes Land, nur 1999 wurden wir auch schon sanktioniert. Für die Wirtschaft wäre es denk ich ein Desaster wenn die FPÖ in der Regierung wäre. Das Volk hat gewählt…… 🙄

          1. 99 war es richtig die schwarz-blaue Koalition zu machen, damit die FPÖ zusammengestutzt wurde, eine weitere große Koalition hätte uns wirklich einen blauen Kanzler Haider beschert. nur 2002 ist der entscheidende Fehler von Schüssel passiert, dass er keine andere Koalition machte.
            und für die Wirtschaft ist die FPÖ ein Desaster. Darum bin ich trotz aller Vorbehalte jetzt für eine Große Koalition.

            1. Ich hielt es damals schon für falsch. Da muss man sich einfach abgrenzen und sie nicht mit ins Boot hohlen. Und die Art wie das der Schüssel gemacht hat :no: Unglaublich – heut noch….

                1. Klestil, oder auch sonst niemand hätte ihn angelobt. Ich glaub das nicht. Im Prinzip sind die Großparteien ja selber schuld, weil sie die Augen davor verschließen warum und welche Menschen rechts wählen. Wenn sich da nichts ändert, dann wirds eben der Strache. Naja, meine Staatsbürgerschaft geb ich dann ab – soviel steht fest.

                  1. sag niemals nie.
                    mit dem Rest deiner Analyse hast du recht. Die anderen verschließen die Augen vor Probleme und handeln nicht um den Großmäuler das maul zu stopfen. Leider. Ich will nix sagen, und falls Strache BK wird, dann werd ich auf die Straße gehen.

        2. Haider war für viele identitätsstiftend und er hat auf richtige Probleme reagiert nur mit falschen Lösungen. Die Regierung hat in Augen vieler nix getan.
          Haider war sehr intelligent und eine guter Kommunikator. Die ganzen „Ausrutscher“ und „Taten“ wie die ordentliche Beschäftigungspolitik Ende der 80iger sowie sein Guantanamo für Asylwerber auf der Saualm waren sehr pointiert gesetzt.
          Irgendwie erinnert er mich an Strauß.

      1. @miclau: die befürchtung habe ich auch. zusammen wäre das dritte lager in österreich eine reine horrorvorstellung.

        @frieling: haider war nicht nur irgendein rechter. diese aussage zeigt, dass du ihn sehr stark unterschätzt hast. er war – wesentlich – mehr als nur ein irrer rechter, der für aufsehen gesorgt hat.

  1. > Und was wird von Jörg Haider bleiben?

    In Bezug auf seine politischen Ansichten hoffentlich nicht viel.

    Er war ein großer Volksverdummer. Aber ich glaube, er war der einzige österreichische Politiker, den die Mehrheit der Deutschen kennt. Ob das gut oder schlecht ist… wer weiß.

  2. „Doch wie wird es politisch weitergehen?“
    Die Tage von FPOE & BZOE sind gezaehlt. Nicht heute und nicht morgen, aber spaetestens bei der naechsten regulaeren Wahl wird es zum Einbruch kommen.

  3. Was???? Der war doch noch ganz jung! Jedenfalls habe ich ein ganz jung gebliebenes Gesicht im Kopf. Ja… ich war auch kein Freund, aber betroffen bin ich auch. Und – wer weiss, wo die Partei jetzt hin treibt!

  4. mal ehrlich: ich bin auch betroffen, auch wenn ich politisch wie du am entgegen gesetzten ende stehe. mir fallen dann auch gleich seine familie und seine freunde ein, für die es schwierig ist, mit diesem plötzlichen tod umzugehen. das ist die menschliche ebene.

    abgesehen von der familie halte ich es wie der gerald: hoffentlich bleibt nicht viel von dem, was er politisch vertreten hat. wahrscheinlich wird der blaue haufen zerfallen und sich mehr oder weniger wieder an die fpö kuscheln – führungspersönlichkeit seh ich jedenfalls keine in dieser partei.

    und natürlich wird es ab jetzt einen riesen-kult um jörg haider geben. blumen und kerzen werden aufgestellt, messen gelesen und tränenreiche erinnerungssequenzen in alle erscheinenden kameras geheult werden. besonders von denen, die NICHT zu familie und freunden gehörten.

    1. ja, hoffentlich bleibt nicht viel. Doch er hat die ganzen Ressentments gegen andere wieder zu blühen gebracht.
      und ich sehe es wie du.
      hoffentlich zerfallens die ganze Partie.
      ein Riesenkult und Märtyrer wird er werden.
      aber du hast recht, er ist so gestorben wie er gelebt hat.
      ein anderer Tod wäre eh nciht vorstellbar gewesen.

  5. Der Tod eines Menschen sollte einen nie freuen, auch nicht wenn man „gegen ihn“ war. Und Personen wie Haider, die immer von sich reden machen, immer „da waren“, die vermisst man.

    Die Familie tut mir natürlich auch leid, ich weiß nicht einmal wen er zurücklässt, so genau habe ich mich mit ihm als Mensch nie beschäftigt.

    1. ja, der Tod soll einen nie freuen.
      doch darf man nicht vergessen, was er getan und gesagt hat.
      Aber er hat über 20 Jahre die politische Landschaft in Österreich geprägt, deswegen bin ich auch schockiert.

      er hat eine Frau, eine 90igjährige Mutter und 2 erwachsene Töchter.
      Aber dieser Abgang aus dem irdischen Leben ist typisch Jörg Haider.

  6. jetzt dachte ich echt er wäre nur abgedankt und nicht das er gestorben ist. Bin jetzt echt einfach nur paff.
    Den du hast recht er ist bei unserer Politik einfach eins der bekanntesten Gesicht gewesen, mal schauen wie das jetzt weiter geht

  7. Da schlagen 2 Herzen in meiner Brust.
    Menschlich gesehen tut es mir leid… auch und besonders für seine Familie.
    Politisch… hoffe ich, dass der „rechte Schub“ nachlassen wird, weil der Nachfolger nicht so „charismatisch“ ist… und diesen rechten Schwachsinn nicht so gut verkaufen kann.

    1. nein ich bin auch kein Anhänger,
      nur seit ich denken kann gab es den Haider.
      er war prägend. darum ist es für mich schockierend.
      ja seine Familie tut mir auch leid.
      das Charisma von HC Strache ist GSD kaum vorhanden
      aber die Österreicher sind da vielleicht nicht mehr so empfindlich gegenüber rechten Sachen. Leider

  8. Ich finde es billig und pietätlos, wenn man sagt „Ein Rechter weniger“.

    Ob es passt oder nicht – er hat die politische Landschaft Österreichs sehr wohl geprägt.
    Mir tut es um den Mensch leid. Und um seine Familie. Punkt.

    @Weltbeobachterin, du hast es sehr gut formuliert.

    P.S. Wenn ich mich bei dir bei Verifizierungscode vertippe ist mein kompletter Kommentar weg :-((Ich finde es billig und pietätlos, wenn man sagt „Ein Rechter weniger“.

    Ob es passt oder nicht – er hat die politische Landschaft Österreichs sehr wohl geprägt.
    Mir tut es um den Mensch leid. Und um seine Familie. Punkt.

    @Weltbeobachterin, du hast es sehr gut formuliert.

    P.S. Wenn ich mich bei dir bei Verifizierungscode vertippe ist mein kompletter Kommentar weg :-((
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    1. danke fürs Lob.
      ja, ein Rechter weniger finde ich auch pietätlos.
      ja, er war ein kontroversieller Mensch. Trotz meinem Beileid gegenüber der Familie werde ich nicht vergessen, was er politisch vertreten hat.

  9. wir gehts da wie dir, seit i mi für politik interresiere ist haider da gewesen, die anderen sind gekommen und gegangen. er war mal da und wieder weg…
    politisch war-bin-werde ich nie auf einer linie sein mit seiner partei. er hat sicher einiges in bewegung gebracht, auch hab ich ihn ab und an live erlebt… es gibt selten solche politiker die so auf die leute eingehen konnten, den puls der leute fühlen konnte. aber seine art und weiße hat mi immer wieder s(sorry) angezotzt….

    mein tieftes beleid für die familie. es ist einfach schrecklich, man mag stehn zu ihm wie man will.

    1. ja, die Art und weise wie er immer wieder mit Fremdenfeindlichkeiten salonfähig machte find ich schrecklich. das werde ich immer mit ihm in Verbíndung halten. Nur die Kopie vergrößert das ganze noch mehr und mit der müssen wir leben.

    1. du bist kein Österreicher
      auch wenn ich absolut kein Anhänger von ihm bin
      ich bin schockiert und betroffen.
      Immerhin war der Mann seit 22 Jahren fast mein Leben lang eine wichtige politische Figur in Österreich. Er hat vieles geprägt und hatte auch Qualitäten. Aber ich werde seine Politik nicht vergessen. Seine Politik die ich wohl zu 90% nicht teile und auch ankämpfe. Nein, ich werde ihn nicht verehren, aber über den Tod hinaus – werde ich mir einigen Zynismus sparen.

  10. geli, ein großartiger kommentar. nicht nur in hinblick auf dich persönlich – ich finde du hast richtig aus den seelen vieler österreicher gesprochen. er hat definitiv polarisiert, viel aufmerksamkeit erzeugt und war eine figur, die man entweder lieben oder hassen konnte. egal was von beiden – bewundert hat man ihn in beiden lagern. mir tut es aufrichtig leid für seine familie und seine kollegen.. Ich habe nur die Befürchtung, dass die Splittung der Rechten nun durch diese Tragödie aufgehoben wird. Ich habe richtige Angst vor der nächsten Wahl.

    1. danke fürs Lob! ja, ein zwischending gab es nicht. Nciht bei ihm.
      und ja ich habe auch Angst vor der nächsten Wahl. Ich will nicht von Populisten regiert werden.
      FPÖ erster. und ein Bundeskanzler Strache. brrr.

  11. Ich habe auch Angst vor der nächsten Wahl. Jörg Haider wird zu einer Art „toten Ikone“ hoch gehoben werden. Was Che Geuevara für die Linken ist, ist Haider für die rechten. Aber in beiden Fällen tot. „Rot Weiß Rot bis in den Tod“ *würg*

  12. Guevara war kein Guter, wenn ich daran denke, dass ausgerechnet in Wien vom Bürgermeister ein denkmal für ihn eröffnet wurde.

    Haider war für mich immer der Politiker denn ich nie im Traum gewählt hätte. Aber im Gegensatz zu Guevara hat er nie Massenmord betrieben. Ich lehne sein Kärnten Guantanamo für Asylwerber ab und die Sprache aber er war kein Mörder. Da muss ich Haider verteidigen. Er führte eine direkte Sprache.

    und Rotweißrot bis in den Tod sind Worte von Schuschnigg bevor Österreich von den Nazis einkassiert wurde.
    und ich bin Rot-weiß-Rot auch wenn ich ins ausland gehe werde ich mich immer zu Österreich bekennen. Deswegen bin ich keine Extremistin.

    1. Ich wollte euch allen nur mal sagen, dass ich es eine Frechheit finde wie über Jörg Haider hergezogen wird. Natürlich teilt nicht jeder seine Ansichten aber dafür gibt es ja auch verschiedene Parteien, die man wählen kann und wie man gesehen hat gewinnen die sogenannten RECHTSPARTEIEN immer mehr stimmen. was ich einerseits auch verstehe. ich bin in österreich geboren aber bekomme keine Gemeindewohnung trotz erfüllung aller Vorraussetzungen und da kann jetzt jeder sagen was er will: 100% meiner ausländischen Freunde haben eine bekommen ohne vorraussetzungen zu erfüllen. und zum thema straffällige asylanten: warum sollten wir personen aufnehmen, die dann auch noch Drogen verkaufen, Einbrüche machen und sie dann auch noch dafür belohnt werden, indem sie da bleiben dürfen? Ich wohne im 15ten Bezirk und bin als Österreicher dort eine Minderheit. Man hat sogar angst abends auf die Strasse zu gehen ohne Pfefferspray oder Messer! Das ist normal? Haider war wenigstens ein Politiker der sich um sein Volk kümmern wollte und ich denke mir wir sind in Österreich und sollten auch darauf schauen dass es nicht komplett verkommt.

      1. Jasmin0815, welche Voraussetzungen um eine Gemeindewohnung zu bekommen sind denn notwendig?
        Die eine, und das ist unumstritten, ist die österr. Staatsbürgerschaft zu haben, daher gibt es deine 100%igen ausländischen Freunde nicht, oder sie sind 1000%ige Österreicher.
        Was für ein Messer brauche ich denn, um im 15.Bezirk spazieren zu gehen? Ein Butter- oder Mackie Messer?
        Die Ausländer verkaufen übrigens keine Drogen, sondern bauen hunderte Moscheen. Ganz Wien ist eine einzige Moschee und ich bin ein schöner Döner!

        :))

      2. über Tote soll man nicht schlecht reden. Gut, ich bin selber fassungslos angesichts seines Todes, aber ich verwahre mich nach wie vor gegen seine Politik die den hass förderte.
        es ist auch nicht alles super so wie uns manche von den Grünen einreden wollen. Doch soll man nicht eine Gruppe von Menschen solchen Hass entgegenstellen

  13. „Ein Rechter weniger“ ist eine äußerst platte und oberflächliche Meinung und natürlich in diesem Sinne auch pietätlos. Das klingt fast wie ein Ruf zur Anarchie. Alles was uns politisch nicht behagt, kann ruhig wegsterben, es ist kein Schad. Ist dies ein Mangel oder Unwillen sich damit auseinander zu setzen?

    Es ist auf jeden Fall ein eigenartiges Gefühl, das mit J. Haider immer mitschwingt. Einerseits Betroffenheit durch seinen Tod, andererseits eine kritische Denkweise zu seinen politischen Aussagen. Darf man für jemanden trauern, der ein Talent hatte, es aber für die falsche Partei einsetzte? Ich verfolgte mit unheimlichen Interesse, seine Begabung, wie er Menschen begeistern konnte. Seine Fähigkeit Menschen zu motivieren, das ist eine Sache, womit sich Motivations- und Kommunikationsforscher noch lange beschäftigen werden und worauf man immer wieder zurückgreifen wird. Etablierte Parteien schielten nur verächtlich auf seinen Erfolg und ärgerten sich insgeheim im stillen Kämmerlein, warum sie nicht diese Ausstrahlung, dieses Charisma herüberbringen können, um die Wählerschaft in den Bann zu ziehen.
    Von der Politik her hatte er eines ALLEN ANDEREN voraus: Er hatte ein Ohr für den kleinen Mann. Und wenn der klein(geistige) Mann des Volkes Angst hatte, sein Arbeitsplatz wird ihm von Ausländern genommen, dann war er einfach der verlängerte Arm, oder Sprachrohr dieses Wählerklientels. Was ich Haider politisch ankreide, er hat polemisiert und nie aufklärend politischen Einfluss geübt. Daher war Haider gut als Wahltrommler, wäre aber elendsschlecht für jede Regierung gewesen. Er hätte nichts bewegt. Er konnte zwar grandios Schwachstellen aufdecken, aber seine Lösungsansätze waren nur Schall und Rauch (Stichwort Kindergeld – Kärnten).

    1. liebe Sali!
      ich kann dir nur zustimmen.
      und LHs haben sowieso einen Landesvater/mutterbonus.
      Ratzenböck der Alt-LH-von OÖ war auch ein Charismatiker ich habe ihn mal erlebt. er war echt faszinierend mit wieviel Witz und humor der Mann war.
      ich kreide Haider an, dass er die politische Unkultur maßgeblich geprägt hat, unwahre behauptungen gegen mißliebige wie einem HS-Direktor dem er Alkoholmissbrauch vorwarf oder dem Steuerrechtler Doralt.

  14. Jörg Haider war – leider – keine singuläre Erscheinung. Umberto Bossi von der Lega Nord, Pim Fortuyne in den Niederlanden oder auch Franz Schönhuber in Deutschland, der – Gott sei Dank – zu alt und zu schwach war um sein demagogisches „Talent“ voll entfalten zu können sind oder waren von ähnlicher Statur.

    Dieser Typ Politiker – im Grunde ein Zyniker der an nichts glaubt und seine Freunde daran hat, durch lautstarkes propagieren einfacher Lösungen einfache Gemüter in seinen Bann zu ziehen – taucht immer wieder auf und hat seine Chance dann, wenn ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung (nie die Mehrheit!) sich benachteiligt fühlt oder auch aus berechtigten Gründen Angst vor der Zukunft hat. Das es immer wieder möglich ist, dadurch das man Leuten nach dem Mund redet erhebliche Stimmengewinne zu erzielen gehört zu den Schwächen der parlamentarischen Demokratie die wir aber ertragen müssen.

    1. ich weiß, ich habe ein Buch namens Europas Populisten.
      doch Haider ist meines Erachtens trotzdem besonderer als die anderen. Er hatte wirklich Charisma.
      Natürlich ist er zynisch, aber er konnte das sehr gut kaschieren. Die anderen Politiker erstarrten vor ihm wie ein Karnickel vor der Schlange. Bei der Wahlkonfrontation Haider gegen Molterer war das chön zu beobachten.
      und es fühlt sich immer wer benachteiligt.

      1. Christoph Blocher habe ich vergessen! Dabei ist er ein gutes Beispiel wie man solcher vermeintlichen Charismatiker Herr werden kann. Durch – ich nenne es mal systematische Demotivation , heißt konkret: Dem Mann im Parlament das Ministeramt verweigern auch wenn er gerade einen beträchtlichen Stimmgewinn erzielt hat. Den Verächter des demokratischen Grundkonseses eben nicht von diesem profitieren lassen.

        Solche Leuten muss man – beispielsweise in einer Podiumsdiskussion – hart angehen, deutlich sagen das seinen 30 oder wieviel auch immer Prozent eben 70% gegenüberstehen die ihn nicht wollen, seinen Sympathisanten signalisieren, das er nie die Chance bekommen wird an verantwortlicher Stelle (etwa als Minister) seine Ideen durchzusetzen. So gesehen war die Trauerrede Gusenbauers , die ich eher zufällig wahrgenommen habe kontrapunktiv. Sie wirkte wie eine nachträgliche, wenn auch nur widerwillig erteilte Absolution.

        Hier noch ein Text aus Berlin zum Thema: http://www.spreeblick.com/2008/10/13/zum-tod-von-jorg-haider/

        1. was in der Schweiz funktioniert muss nicht unbedingt in Österreich funktionieren. Haider und der FPÖ wurde auch so quasi der Kanzler verweigert, Haider selber generell ein Regierungsamt und 2 anderen FPölern auch. deswegen ist er ja nur der LH von Kärnten gewesen.
          Haider hat ja Böhme auch nackig ausgezogen 1999. Er ist ein sehr intelligenter Mann gewesen. die anderen sind einfach nicht so wirklich Volksnah. Vranitzky und Busek in den 90igern und auch dessen Nachfolger Schüssel waren sehr distanziert und waren der Bevölkerung zu gescheit.

          1. Nun begebe ich mit natürlich aufs Glatteis weil ich die politischen Geschehnisse in Österreich in der Vergangenheit eher zufällig mitbekam (Seit ich dein weblog lese ist das natürlich anders). Aber war es nicht so das Haider schon darunter litt, kein Regierungsamt zu haben, das die FPÖ-Minister gefallen am Regieren fanden, ihm nicht mehr folgen wollten und er somit gezwungen war, mit einer neuen Partei wieder von vorn anzufangen. Das hat ihn schon zurückgeworfen und bestätigt meine Vermutung, das entschiedener Widerstand etwas bringt

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