Erlebnis Einkaufen: Erdäpfel

ich staune immer wieder, beim Einkaufen was es alles gibt oder nicht gibt.
Diesmal haben es mir die Erdäpfel/Kartoffeln/Krumpera angetan.

Nunja, geh ich durch den Supermarkt bzw. in der Gemüseabteilung und such mir das von mir benötigte und gewünschte Vitaminlieferanten aus. Darunter auch Erdäpfel. Bekanntlich gedeihen die ja fast überall und deswegen bin ich ja nicht erstaunt, dass es die auch in Zypern und Israel wachsen. Aber, dass sie ausgerechnet auch in Österreich angeboten werden verwundert mich schon. Entschuldigung, aber hat Österreich nicht genug Erdäpfel bei
Anbau von ungefähr 700.000 Tonnen? (Quelle: Landwirtschaftsministerium) Das wären ungefähr 87,5 kg pro Kopf in Österreich. Wenn ich mich nicht verrechnet habe. Ich habe rund 8 Millionen Österreicher genommen.
Ich habe mich übrigens ganz fast regional für die Erdäpfel aus dem Weinviertel entschieden. Natürlich mit dem AMA-Gütesiegel. Und zwar die Sorte: Tosca. Eigenartige Erdäpfelnamen gibt es. Von daheim, da wir auch welche anbauen für den Eigenbedarf, weiß ich auch noch einige. Ares, Julia, Hermes, Welser und Kipfler etc. Die letztere Sorte ist sehr lästig beim Klauben aufgrund der Kleinheit und die Menge lässt auch zum Wünschen übrig. Oftmals sehr klein, aber sehr fein zum Essen. Der Name kommt übrigens vom Aussehen wie ein Kipferl (österreichisch für Croissant) Nun haben sie daheim die letzten Jahre den Kipflerersatz Linzer Delikateß angebaut. Die sind weniger risikoreich von der Ernte her.

Doch noch eine zweite mich eher mehr erheiternde als verstörende Entdeckung machte ich auch noch. Es gibt Mikrowellenerdäpfel. Ähm wohl eher Mikrowellenerdäpfelchen. Ein typisch österreichisches –erl reicht da nicht aus um die Kleinheit zu demonstrieren. Da muss schon das bundesdeutsche –chen her. Also diese Mikrowellenerdäpfelchen sind in einer Folie eingeschweißt. Darauf steht dieses Märchen, dass die ganz natürlich unbehandelt sind. und dass sie nach 6 Minuten bei 650 Watt gar sind. Da frag ich mich doch, ob das im Verhältnis steht zu den Mikrowellenpopcorn. So ein Kukuruzkörndl ist doch um mindestens 20 mal kleiner als so ein Minierdäpfelchen. Ich gestehe es, ich weiß zwar nicht wie lange Mikrowellenpopkorn brauchen, weil ich nie welche mache. Popcorn schmecken meiner Meinung nach häufig, wie diese Styroporkügelchen die in den Verpackungen stecken um Dinge vor Stöße zu schützen. Ich kann das bestätigen, ich hab beides gekostet, auch wenn das Styropor wohl schon etwa 20 Jahre her ist…

15 Gedanken zu „Erlebnis Einkaufen: Erdäpfel

  1. Ich frage mich auch immer, warum man unser Zeug exportieren muß, und wie dann Obst und Gemüse aus aller herren Länder im Supermerkt rumliegen haben. Äpfel zum Beispiel! Haben wir nicht genügend schöne und köstliche Apfelsorten? Und warum haben wir dann welche aus Israel, Spanien oder gar Japan eingeflogen? Ich kaufe einheimisches zeug, basta!
    Und an die Mikrowellenkartoffeln mag ich gar nicht denken… *bäh*

    • als Tochter von einem Bauern versteh ich das auch nicht.
      vor allem nicht, dass immer nur die selben sorten wie Golden Delicious die nach gar nichts schmecken angeboten werden.
      Außerdem schützt man durch regionales und saisonales Einkaufen die Umwelt!
      ich schau auch immer, dass ich einheimisches kaufe. Nur bei Bananen muss ich halt von anderen kaufen.

      • Also Birnen aus Italien oder so, das lasse ich mir ja noch eingehen. Aber Äpfel aus Australien? Nee, wirklich nicht! Ich habe vor einiger Zeit angefangen wirklich darauf zu achten, woher alles kommt. Eben auch wegen dem Umweltschutz, und was frisch ist und nicht stark konserviert schmeckt ja auch viel besser.
        Zum Glück habe ich einen Bauern gefunden, von dem ich sehr vieles bekommen kann, auch Fleisch von glücklichen Tieren.

  2. Wusste bis dato gar nicht,
    dass es eine Kartoffel Tosca gibt.

    Solanum tuberosum
    Herkunftsland Deutschland. Zulassung 1960, Reifezeit spät, Knolle rundoval, Schalenfarbe gelb, Fleischfarbe gelb, Augenlage mittel, Verwendungszweck Speisekartoffel, Kochtyp vorwiegend festkochend.

    Anfällig für Krautfäule und Kartoffelnematoden

  3. Die Erdäpfel werden nach und nach zu Stiefkindern des Supermarktes gemacht. Hab ich das nicht einmal in einem Blogeintrag erzählt, dass ich in sage und schreibe 5 Märkten war, um mehlige Erdäpfel für Gnocchi zu bekommen? Schlussendlich habe ich dann zu einer rotschaligen gegriffen, weil gemeint wurde, sie sind zwar festkochend, aber auch für Kartoffelteig gut.
    Warum die Erdäpfel nicht mehr im Gemüseregal liegt? Weil sie zunehmend als Halbfertig- oder fertigprodukte angeboten werden. Zu dem Mikrowellenerdäpfel hätte ich noch gefrorenes Erdäpfelpürree anzubieten. Nonsense total!

    Kipfler finde ich sehr gut, sind aber reine Salaterdäpfel. Leider lässt die angebote Qualität der Krumpern in letzter Zeit sehr zu wünschen übrig. Ich lebe sowieso noch in einer Welt als es noch runde/mehlige und Sieglinde gab. Warum heißen die Erdäpfel jetzt Ditta oder Tosca?
    Da bin ich schrullig, ich will wieder meine gute alte Sieglinde haben.

    • ja, es stimmt es wird schon soviel als Fertigprodukt verpackt. Wer kann noch ein gescheites Erdäpfelpüree oder Erdäpfelteig? Ich kann beides und bin stolz darauf. Das gekaufte Püree schmeckt wäh.

      Sieglinde hatten wir auch mal.
      und sind wir nicht alle bisschen schrullig…

  4. Die Rechnung mit den knapp 90kg pro Kopf und Jahr stimmt so natürlich nicht ganz. Es geht wohl ein ziemlich großer Teil direkt in die Produktion – sei es eben für Tiefkühlkost, aber auch in die Industrie (Stärke zB.). Fehlt noch zu erörtern, wieviel in den Verkauf an den Endverbraucher kommt. Ob man da allein aus heimischer Ernte den Verbrauch decken kann, weiß ich nicht, ich schätze schon.

    Jedenfalls: Okay, Erdäpfel oder „europäisches Obst und Gemüse“, also solches das auch in unseren Breiten angebaut wird, noch aus Nachbarländern zu importieren, seh‘ ich ein, da hält sich auch die Belastung für die Umwelt in Grenzen. Äpfel aus Australien usw. müssen aber tatsächlich nicht sein, nur solange es der Verbraucher kauft wird’s halt angeboten, zumal es preislich oft mehr als konkurrenzfähig is. Weil ich kein Freund von Preistreibereien bin, würde ich eine Lösung in Campaigning sehn, die Bewerbung heimischer Güter diesen Sektors so gut es geht. Für steirische Äpfel gabs das ja mal ( „Frisch, saftig, steirisch“, falls sich wer erinnert).

    Viele Umweltprobleme sind leider nur indirekt greifbar, also abstrakt und werden daher ungenügend wahrgenommen. Wenn man im Supermarkt zu Äpfeln aus Übersee greift, denkt man idR nicht gleich an den Transportweg und die CO2-Bilanz. Wenn irgendwer Dreck auf den Boden wirft oder ein Auspuff schwarz qualmt und stinkt, kann man das Problem vergleichsweise direkt fassen. Solange sich die Leute also nicht stärker damit befassen (was eben solch Campaigning bringen soll), ist man auf einem schweren Stand.

    • ad Rechnung:
      TK und CO hab ich miteinberechnet, da die auch wohl von 700.000 Tonnen genommen werden. Aber Asche auf mein Haupt, die Industriekartoffeln hab ich tatsächlich vergessen abzuziehen. Obwohl ich Pflanzenbau hatte. Wieviel das ausmacht, werde ich sonst nachschauen.

      mir gehts auch so, wenn möglich aus Österreich, aber notfalls auch aus Nachbarländern. Was tät ich ohne Champions aus Ungarn. Wobei so manche ungarische Dinge sicher näher an Eisenstadt liegen wie vorarlbergerische.
      Außerdem soll das Bewusst sein auf Qualität und Sortenvielfalt geachtet werden.
      So ein Co2-Pickerl wär eine Idee, die das Umweltproblem aufgreifen würde. Am besten wär ja wirklich so eine Co2-Steuer für gewisse LM, aber da würden die Leute wieder laut aufschreien. Wobei es auch vom Umweltschutz fraglich ist, wenn Milch aus Vorarlberg nach Wien geschleppt werden.

  5. Ich verwend eigentlich das ganze Jahr fast nur Ditta – österreichische…. – und noch dazu die nicht ganz billigen in Pfanniqualität. Aber eben von Mai bis Juli gibts da ein Loch und ich hab keinen einheimischen Ersatz – ausser die Heurigen dann. Die sind eben nicht für alles geeignet.

Ich freue mich über Kommentare, ich behalte es mir vor Kommentare die nicht zum Thema des Beitrages passen oder die Hass enthalten zu löschen.

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