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Gestern in der Pressestunde des ORF

habe ich mir gedacht, ich spinne, hat der Chefredakteur Christian Rainer vom Profil, die Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky folgendes gefragt: „Sie hätten gerne Kinder gehabt, was hat nicht funktioniert?“ Und zwar, nachdem die Kdolsky gesagt hat, dass die Diskussion „um meine Kinderlosigkeit, die ungewollt ist“, habe mit Sicherheit diese Grenze überschritten hat.
1. hat er nicht zugehört, was beim interviewen ein großer Fehler ist
2. werden männliche Minister sicher nicht gefragt, ob sie impotent sind.
3. hat es wirklich die Schamgrenze deutlich unterschritten!
Sie antwortete darauf trotzdem ziemlich souverän.
Ich muss zugeben an ihrer Stelle hätte ich mich nicht zurückgehalten und forsch gesagt: Haben Sie das auch schon mal einen meiner männlichen Politikkollegen gefragt?
Natürlich gibt es fragen, die privat sind, aber gerechtfertigt in einem Interview. Ähm zum Beispiel, wenn ein Pressesprecher des ehemaligen Finanzministers, Sachen für dessen Frau erledigt. Da finde ich es gerechtfertigt oder wenn Minister aufgrund ihres Postens Rabatt auf Schuhe bekommen oder wenn man sauteuren Rotwein trinkt obwohl man Sozialdemokrat ist.
Es ist schwer
Ich hoffe trotzdem, dass die Kdolsky ihren Redestil treu bleibt, glatt geschliffene Worthülsen gibt es genug unter ihren Regierungskollegen, ehemalige Regierungsmitglieder und sonstigen Politikern.
Es wäre schade, wenn sie durch die gestrige Erfahrung, bald nur mehr nichtssagende Antworten geben wird!
Sie bringt übrigens frischen Wind in der erstarrten ÖVP. Die Schwarzen werden jetzt wahrscheinlich doch eine eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle zustimmen, wobei sie es noch in der Regierung schwarzblauorange trotz Karin Gastingers, der Justizministerin, die einen Vorstoß in die Richtung unternahm sich weigerten. Weiters hätte ich mir mehr Fragen erwartet über Alkoholismus und Jugend, aber anscheinend sind ihre Kirchganggewohnheiten viel wichtiger!
Religion ist Privatsache.
Und sowieso, ich finde es nicht tragisch, wenn eine Ministerin gerne Schweinebraten isst und gelegentlich raucht! Beim Van der Bellen regt sich auch niemand auf, obwohl der raucht wie ein Schlot und das gedünsteter Brokkoli ihr Lieblingsessen ist, hätte ihr auch keiner abgenommen.Im übrigen raucht sie eh nicht mehr! Und für kinderfeindlich halte ich sie auch nicht! Kinder können nerven, war selber sicher nicht nur ein braves Engerl, dass muxmäuschenstill war!
So, dass war jetzt mal ein Plädoyer für eine Politikerin. Aber es musste sein. Weil bei sovielen frauenfeindlichen und beleidigende Äußerungen reißt mir die Geduld. Solche Wortmeldungen waren nicht nur auf die Pressestunde bezogen sondern allgemein.

Hier steht die Geschichte noch im Standard. Samt wilde Postings!
und ein Falter-Interview mit der unvermeidlichen Schweinebratenfrage.

Edit: Nachtrag, am 28. Februar erschien dieser Artikel in der Presse unter der Rubrik Fangnetz!

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Autor:

blog: weltbeobachterin.wordpress.com twitter: @weltbeob8erin

16 Kommentare zu „Gestern in der Pressestunde des ORF

  1. Eine Frechheit!
    Der Rainer ist ein lackierter Aff und sollt hinterm Schreibtisch hocken bleiben. Da liest wenigstens jemand seine Niederschrift Korrektur.
    Was hätte ich gesagt? „Wenn er seinen Pimpfl am Tisch legt, dann erklär ich ihm, warum ich keine Kinder kriegen kann.“ Ach, ich wäre eine sehr schlechte Politikerin. Mir fehlt es leider an Diplomatie.

  2. Jep, stimme dem zu. Eine solche Frage geht bei weitem zu weit. Ob jemand Kinder hat, oder nicht und aus welchen Gründen man Kinder hat, oder nicht, sollte jedem/jeder selbst überlassen sein. Außerdem habe ich sowieso so meine Probleme mit dem öffentlich ausgebreiteten Privatleben von PolitikerInnen. Ob jemand teuren Wein trinkt, auch bei Sozialdemokraten, ist mir nämlich wurscht… und ob jemand Rabatt beim Schuhkauf verlangt, ist für mich so interessant, als ob in China das Radl eines Gemüsehändlers umfällt… und wenn es dazu noch rostig ist, dann ist es mir ebenso egal. Es gäbe sicherlich bessere und wichtigere Fragen, als jene der privaten Natur.

    1. ich mag das inszenierte Leben nicht. Gut, ich gebe zu, dass mich so Sachen schon interessieren, wo entlarvt wird wie widersprüchlich so manche Sachen sind. Wein predigen und Wasser trinken, nein nein nein. Das brauchen sie nicht tun!

  3. Hey Weltbeobachterin!
    Du und kein Engerl? Unvorstellbar :))

    Ich kann Dir sagen wie nervig es ist wenn man nach Kinderlosigkeit gefragt wird. Unverschämtheiten werden da einem reingeknallt – da darf man nicht gerade ein Sensibelchen sein – schon gar nicht wenn man erst erfahren hat dass man keine Kinder bekommen oder Zeugen kann. Noch dazu kommen die ganzen Diskussionen um eine Stuererhöhung für Kinderlose… Wenns wirklich soweit kommt sehe ich das als klare Diskriminierung.
    Ein Thema bei dem ich mir gerne mehrere so klare Köpfe wie Deinen wünsche 😉
    Ich finde – egal warum man keine Kinder hat – seis eben nicht geplant oder sei es aus einer Krankheitsgeschichte heraus – niemand sollte sich jemals dafür rechtfertigen müssen.
    LG miclau

    1. hm, Leute können wirklich unverschämt sein und haben keinen Takt!
      wegen der Steuererhöhung kann ich nichts sagen, bin noch unentschlossen.
      Denn Kinder sind ein hoher Kostenfaktor: Kindergarten, Hort, Schulausflüge, Sportwochen etc.
      Ich glaube, da schlucken einige Leute!

      1. Ich weiß nicht mal wie genau das Steuersystem in Österreich funktioniert. Ich arbeite zwar dort – zahl aber die Lohnsteuer in Deutschland. Wir sind beide in einer höheren Lohsteuerklasse und zahlen bedeutend mehr als Eltern die ja auch noch nicht gerade wenig Zuschüsse an Kindergeld bekommen. Das ist ja ok, aber uns noch eine Extragebühr aufzubrummen? Sie werden es nicht wagen – es ist schon über 10 Jahre hier in manchem Munde. Das gibt dann richtig Zoff…

        1. Ich muss dir da widersprechen und stimme mit wms in dem Punkt zusammen.
          Meinem Empfinden soll man Leute mit Kindern nicht dadurch bestrafen in dem sie weniger Geld bekommen. Ich kann und will nicht alle über einen Kamm scheren und möchte eindeutig differenzieren. Solche Rahmenbedingungen muss die Politik nun schaffen. Familienbeihilfe ist wichtig, weil gute Ausbildung doch Geld kostet.
          Ich denke, jeder (mich eingenommen) soll dazubeitragen dass es auch der nächsten Generation noch gut geht!
          nichts für ungut und trotzdem Lg

          1. Hey Weltbeobachterin! Ich denke mal das gibt einen Extra-Blog-Eintrag und sicher eine heiße Diskussion….
            Ich denke dadurch dass meine Steuerlast ohnehin schon größer ist trag ich auch genug dazu bei. Ich hab jedenfalls kein schlechtes Gewissen 😉
            :wave:

            1. hm, streiten dürfen wir uns, aber nicht böse sein aufeinander!
              Nur, interessiert mich dieses Thema zur Zeit nicht sonderlich!
              Aber es ist gut, wenn Leute verschiedene Meinungen haben und vor allem sie sagen dürfen!
              Lg Weltbeobachterin

              1. Um irgendjemanden böse zu sein bedarfs bei mir jede Menge! Dir könnte ich doch nicht böse sein! :no: Verschiedene Ansichten gibts mal immer wieder. Würd ich immer Recht haben, wärs mir sehr unwohl. Ich hör gern andere Meinungen!
                Lg miclau :wave:

  4. Einspruch! Mit den unverschämten Fragen, da haben Sie recht. Anders ist es mit der Frage der Besteuerung: Vergleichen Sie zwei, die gleich gut verdienen – einer mit Kind und einer ohne. Unterschiedliches Pro-Kopf-Einkommen, gleiche Steuerlast. Sollte sich die Steuer = der solidarische Beitrag zum Allgemeinwohl nicht eher an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientieren? Und das Geld, das der eine in seine Kinder investiert, das bekommt der andere später als Pension ausbezahlt. Solidarisches Pensionssystem = Umverteilung von „Arm“ zu „Reich“? Also ich sehe hier eine eindeutige Diskriminierung! Selbstverständlich ist Familienbeihilfe einzurechnen – ist aber in diesem Fall nur ein Tropfen auf den heissen Stein!

    1. Sehr geehrte(r) wms!
      die Sache mit der Besteuerung, ist wirklich kompliziert.
      Dieses Thema ist auch im Gespräch mit Miclau aufgetreten.
      Wie oben erwähnt bin ich noch nicht genug informiert darüber, da ich mich noch zuwenig damit beschäftigt habe. Aber ich halte es schon wichtig wie Sie, dass man Leute mit Kindern nicht dadurch bestrafen soll in dem sie weniger Geld bekommen. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren und muss eindeutig differenzieren. Solche Rahmenbedingungen muss die Politik nun schaffen.
      Liebe Grüße
      Ihre Weltbeobachterin

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